Unser Mögeldorf


Titelbild 2022 Februar

Mitteilungsblatt des Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V.


Heft 6 - Dezemberg 2022  - 70. Jahrgang

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Titel Bild:
Richtfest Seetor am 20. Juli 2022 (Kö)


Lieber Leserinnen und Leser,

auf das Jahr 2022 müssen wir mit Sorge zurückblicken. Wer hätte es für möglich gehalten, dass am 24. Februar 2022 in Europa wieder ein Krieg ausbricht? Die Folgen daraus sind weltweit spürbar, auch bei uns. Die Frage der quantitativen Energiesicherheit und deren Bezahlbarkeit beschäftigt uns alle..

Unser Vorsitzender

Wolfgang Köhler

Aber auch zwei tragische Verkehrsunfälle überschatten das Jahr 2022. Ein tödlicher Verkehrsunfall fand in der Baustelle am Mögeldorfer Plärrer statt, wobei eine Mögeldorferin mit ihrem Fahrrad den Tod fand. In Höhe der Kreuzung Laufamholz-/Waldstraße wurde eine Seniorin mit ihrem Rollator beim Überqueren der Straße von einem BMW-Fahrer tödlich erfasst.

Aber auch die Kriminalität hat wieder eine neue Qualität erreicht. Eine in den Niederlanden ansässige marokkanisch-stämmige Tresorknackerbande hat erfolglos in der Filiale der HypoVereinsbank Mögeldorf eine Sprengung durchgeführt, die jedoch zu einem hohen Sachschaden geführt hat. Ob hier ein grenzenloses Schengengrenzregime den von den Bürgern gewünschten Schutz bieten kann, darf bezweifelt werden.

Dabei hatten wir zu Jahresbeginn alle auf eine Erleichterung durch eine abflachende Coronawelle gehofft. Zum Jahresanfang 2022 waren wir noch zu optimistisch. Wir konnten entgegen unserer Ankündigung den Neujahrsempfang leider nicht stattfinden lassen.

Zu unserer großen Freude fand nach zwei Jahren Pause wieder unsere Kirchweih statt. Iris und Wolfgang Hannwacker sowie den Kärwaleut gelten ein ganz herzliches Dankeschön. Nach zwei Jahren Pause wieder einen „Neustart“ hinzubekommen ist eine ganz besondere Leistung. Kirchweihzug, Festwirt und Schau-steller wieder in ein Gesamtkonzept einzubinden, muss nach langer Pause erst wieder eingeübt werden.

Auch das Schlossfest 2022 war wieder vom Wetter verwöhnt. Auf den letzten „Drücker“ haben unsere Saitenspinner den Coronavirus überwunden und konnten wie gewohnt großartige Stimmung erzeugen. Das Cateringteam der Inliner war trotz Pause und der erschwerten Umstände wegen des Bauzauns wieder perfekt organisiert und las allen Besuchern die Wünsche von den Augen ab. Für unseren Programmteil zeichneten diesmal Frau Dr. von Andrian-Werburg, Frau Stulle und Frau Goll verantwortlich. Sie zauberten ein vom Publikum gefeiertes Programm auf die Bühne, obwohl sich noch nicht alle Gruppen der Vorjahre coronabedingt wieder trauten. Frau Stulle sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Führung durch das Programm gedankt.

Im August unternahmen wir einen Ausflug an die Buchenklinge und gedachten des Feierorts am Schmausen-buck zu seinem 650-jährigen Jubiläum.

Am 1. Oktober fand unsere traditionelle Jahresfahrt zur Landesausstellung, diesmal in Ansbach mit dem Thema Franken statt. Frau Weigert sei herzlich für die Organisation gedankt.

Der Weihnachtsbaum erstrahlt wieder wie auch schon 2021. Ich danke dafür ganz herzlich Herrn Mathias Monse, den Kärwaburschen, dem Bayer. Staatsforst und allen unterstützenden Firmen.

Unser Weihnachtsmarkt findet wieder wie gewohnt am 2. Adventswochenende, also am 3. und 4. Dezember 2022 auf dem Hof der Allianz Wölfel Versicherung an der Ecke Schmausenbuck-/Freiligrathstraße statt.

Meinem Stellvertreter Mathias Monse gilt mein besonderer Dank, dass er bei vielen Aktionen die Federführung übernommen und viele Termine für den Verein wahrgenommen hat. Ein herzlicher Dank gilt unserer Anzeigenleiterin Frau Roswitha Schuster, unserem Webmaster Michael Schuster, allen Vorstandskolleginnen und -kollegen sowie unseren Austrägerinnen und Austrägern.

Ein ganz besonders herzlicher Dank gilt unseren treuen Inserenten für ihre Unterstützung unserer Arbeit. Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in Europa und den immer noch andauernden Folgen von Corona haben Sie uns weiterhin großartig unterstützt.

Allen Leserinnen und Lesern unseres Mitteilungsblattes wünsche ich eine gesegnete Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für 2023. Bleiben Sie gesund und hoffen wir auf ein friedlicheres Jahr 2023.

Ihr Wolfgang Köhler


Weihnachtsgruß

Liebe Mögeldorfer und Mögeldorferinnen,

Weihnachten 2022 feiern wir bald und gehen in ein neues Jahr 2023. Eine Taufmutter hat gesagt, sie bittet und betet für ihr Kind und will den Segen, weil es in so eine wilde Welt geboren wurde! Ja, das kann ich nachvoll-ziehen und glaube leider, dass das Jahr 2023 uns nicht entlasten wird. Wir werden auch in dem neuen Jahr einiges zu meistern haben!

In einem der Texte, die in diesem Jahr an Weihnachten vorgesehen sind, heißt es: die „Menschen forderten ein Zeichen von Gott!“ Dass er für Gerechtigkeit steht, dass er die Welt immer noch begleitet, dass er da ist! Und was kam … ein Kind in der Krippe. Klein unscheinbar, zerbrechlich und ganz ohne Machtallüren! Zeichen die von Gott kommen, sind keine Donnerwetter, Blitzkaskaden oder ähnliches. In dem kleinen Kind ist er mächtig!

Im Moment (in dem ich diese Zeilen schreibe) sind es dramatische Tage, schwere Tage. Neben den „üblichen“ Problemen: Klimaveränderung und Corona haben wir nun auch noch einen Krieg in der Ukraine, der sich fast ein Jahr hinzieht und in dessen Folge nun Energieprobleme, die uns Sorgen machen, ja manche in Existenzangst treiben. Wie soll man da Weihnachten gut feiern?

Gott kommt in das Kleine und da sollten wir ihn suchen. Mit dieser Botschaft verwandelt er Menschen und damit Systeme. Für diese Zeit ist mir aber noch ein Satz – der Immanuel Kant zugeschrieben wird – eingefallen, den ich schön finde. Kant war ja eher ein verhalten religiöser Mensch. Und doch schrieb er wohl einmal den bemerkenswerten Satz: „In schwierigen Zeiten gibt es eine gewisse Pflicht zur Zuversicht.“ Pflicht ist ja das Thema von Kant – seine deontologische Ethik handelt davon: „Was soll ich tun?“

Wir leben in vielen Dingen in einer glücklichen Situation! Ich denke, das muss man sich immer wieder vor Augen führen. Auch wenn die Probleme und Herausforderungen der Zeit groß sind und für manche sicher existentiell. Da gilt es auf jeden Fall für uns Christen jede Hilfe anzubieten, die uns möglich ist, aber eben auch und jetzt gerade an der Hoffnung des Glaubens festzuhalten. Wann sollte sie sonst sinnvoll sein, wenn nicht in Zeiten der Krise? In dem Kind Jesus Christus hat er für mich die Welt zu einer helleren werden lassen, auch wenn es für uns Menschen trotzdem trübe Tage, manchmal sogar Wochen und Monate gibt, in all dem bleibt das Wunder des Lebens gerade an Weihnachten das schönste Geschenk Gottes an uns! Also: Was soll ich tun? Das Glück der Tage erkennen, Frieden in die Welt bringen und das Glück mit anderen teilen. Nicht nur an Weihnachten, aber da auf jeden Fall!

Ich wünsche Ihnen allen ein glückliches, besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel,

Ihr Ulrich Bauer-Marks,
ev. Pfarrer in Mögeldorf


Neujahrsempfang 2023

Der Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V. lädt sehr herzlich zum Neujahrsempfang

am Donnerstag, 12. Januar 2023, 19.00 Uhr - in der Sporthalle der SpVgg Mögeldorf 2000 - Dientzenhoferstraße 26 in Mögeldorf ein.

Ehrengast ist Oberbürgermeister Marcus König.

Der Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V. dankt der SpVgg Mögeldorf 2000 für die Kooperation bei der Durchführung des Neujahrsempfangs sehr herzlich.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2023

Neujahrsempfang 2023

Wolfgang Köhler


Bürgerversammlung am 27. Oktober 2022

Antworten der Stadtverwaltung

1) Bahn-Abstellanlage an der Marthastraße

Das Umweltamt hat in diesem Fall schon eine Stellungnahme im Hinblick auf die Sonder-zuständigkeit des Eisenbahn-Bundesamtes an die Beschwerdeführer abgegeben.

Dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) obliegt die Umweltschutzaufsicht bei den Eisenbahnen des Bundes gemäß § 4 Abs. 6 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG)in Verbindung mit § 3 Abs. 1 Nr. 5 des Gesetzes über die Eisenbahnverkehrsverwaltung des Bundes (BEVVG) Demnach ist das EBA zuständig für Baufreigaben, Abnahmen, Prüfungen, Zulassungen, Genehmigungen und Überwachungen bei Errichtung, Änderung, Unterhaltung und Betrieb von Betriebsanlagen und Fahrzeugen der Eisenbahnen des Bundes aufgrund anderer Gesetze und Verordnungen. Darunter fallen unter anderem auch die Regelungen des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (BImSchG).

Die Stadt Nürnberg kann nicht in den Betrieb der Bahn eingreifen. Das Umweltamt hat den Beschwerdeführern deshalb geraten, sich direkt an das EBA zu wenden.

2) Rechtsabbiegespur von der Ostendstraße in die Cheruskerstraße
Eine eigene Rechtsabbiegespur wurde in der Vergangenheit schon geprüft. Sie ist wegen einer darunterliegenden Tiefgarage nicht möglich.

3) Turmuhr Thusneldaschule
Die Verwaltung wird prüfen, ob das Licht der Uhr gedimmt und das Schlagwerk von 7.00 bis 22.00 Uhr reduziert werden kann.

4) Bahnlärm an der Strecke Businesstower – Mögeldorfer Bahnhof <br>Die Deutsche Bahn hat die Strecken für das freiwillige Lärmsanierungsprogramm neu bewertet und priorisiert. Nach den Daten von 2020, die dem Umweltamt vorliegen, sind an der fraglichen Strecke keine Lärmsanierungsmaßnahmen geplant. Unabhängig davon wurde in den letzten Jahren ein Großteil der Schienenfahrzeuge (nicht nur die der DB) auf andere Bremsbeläge umgerüstet, die die Räder schonen und so die Rollgeräusche erheblich reduzieren. Auch hier kann die Stadt Nürnberg nicht in den Eisenbahnbetrieb eingreifen

5) Technische Überwachung des Rechtsabbiegegebotes<br>
Technische Verkehrsüberwachungsaufgaben liegen im Aufgabenbereich der Polizei, sieht man von der Geschwindigkeitsüberwachung ab, die ausdrücklich auf die Kommunen bzw. Zweckverbände delegiert wurde. Daher hat weder die Stadt Nürnberg noch der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung im Großraum Nürnberg die Möglichkeit und Befugnis, Verstöße gegen das Linksabbiegeverbot von der Blütenstraße in die Schmausenbuckstraße zu ahnden. Die Befugnis dafür liegt alleine bei der Bayerischen Polizei.

Für die Überwachung von Abbiegeregelungen werden durch die Polizei typischerweise keine technischen Anlagen verwendet, sie sind nur für die Geschwindigkeitskontrolle, die Rotlichtüberwachung und Abstandsmessung (auf Autobahnen) zugelassen

Stadtverwaltung Nürnberg



Stadt Nürnberg rüstet ihren Wald gegen den Klimawandel

Die Stadt und ihre Partner – darunter der Tiergarten als städtischer Forstbetrieb – bauen ihre Wälder systematisch um, damit sie den Herausforderungen des Klima-wandels besser gewachsen sind.

In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadt Nürnberg 43.585 m² Wald eingekauft und ausverhandelt. Der Forstbetrieb Nürnberg der Bayerischen Staatsforsten hat 16.110 Bäume gepflanzt und auf 91,1 ha ihrer Flächen Forstkulturen angelegt

„Mit der sogenannten Reichswaldstrategie hat die Stadt vor zwei Jahren offensiv begonnen, ihre Wälder gegen die Auswirkungen des Klimawandels in unserer Region zu wappnen“, sagt Bürgermeister Christian Vogel. Anlass waren die Dürresommer 2018 und 2019 sowie teils verheerende Stürme, die den Wäldern stark zugesetzt hatten. „Ein weiterer heißer und trockener Sommer in diesem Jahr führt uns vor Augen, dass wir uns auf solche Wetterextreme einstellen und vorbereiten müssen.“

Für Bürgermeister Christian Vogel ist der Zwischenbericht zur Reichswaldstrategie ein vielversprechendes Signal für die Zukunft der städtischen Bäume und Wälder. „Hier liegt eine große Herausforderung vor uns, die wir aber mit gemeinsamen Kraftanstrengungen bewältigen können.“

Vogel dankt daher allen Beteiligten wie den Staatsforsten, dem Amt für Ernährung und Landwirtschaft und Forsten, dem Umweltamt und dem Tiergarten ausdrücklich für das erfolgreiche Miteinander. „Nur gemeinsam werden wir die Stärkung unserer Wälder in der Zukunft hinbekommen. Der Anfang ist gemacht, jetzt gilt es, diesen Weg weiterhin konsequent weiterzugehen.“

i.A. Anna Böhm do Nascimento Kommunikation und Öffentlichkeits arbeit Tiergarten der Stadt Nürnberg
Bildquelle: Tiergarten Nürnberg/Anna Böhm


25 Jahre Mathildenhaus in Mögeldorf

Festlicher Gottesdienst in endlich wieder gut besetzter Kirche am 9. Oktober. Keine Pauken und Trompeten sondern leise Orgeltöne von Markus Nickel stimmten Feiernde auf diesen Geburtstag ein. Eine innige Predigt durch Pfarrerin Susanne Bammessel rührte an. Mögeldorf kann dankbar und stolz auf diese Einrichtung sein, ein echter Edelstein!

25 Jahre Mathildenhaus in Mögeldorf

F.S.


Der Bürger- und Geschichtsverein gratuliert zum 25-jährigen Jubiläum des Mathildenhauses. Die Familie Gustl und Mathilde Drechsel haben hier eine wichtige Institution für Mögeldorf, aber auch für Nürnberg und Umgebung gefördert. Dank der herausragenden Pflege durch das Personal können die Menschen hier würdevoll ihren letzten Lebensabschnitt verbringen

25 Jahre Mathildenhaus in Mögeldorf

Kö.

Der Bund Naturschutz

kämpfte am 15.10. für den Erhalt des Biotops an der Eslarner Straße

Kö.


Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost

Die Regierung von Mittelfranken hat am 21.6.2022 einen 61-seitigen Pflege- und Entwicklungsplan für das Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost erlassen. Dieser Plan kann im Internet im Ratsinformationssystem der Stadt Nürnberg, Umweltausschuss vom 27. Juli 2022 TOP 4 eingesehen werden. Im Internet ist er sicherlich auch direkt bei der Regierung von Mittelfranken einsehbar.

Kö.


Die Altstadtfreunde führten am 29.10.2022 durch St. Karl in Mögeldorf

Die Altstadtfreunde führten am 29.10.2022 durch St. Karl in Mögeldorf

Die Altstadtfreunde führten am 29.10.2022 durch St. Karl in Mögeldorf

Die Altstadtfreunde führten am 29.10.2022 durch St. Karl in Mögeldorf


Projekt Seetor:

Eröffnung des geförderten Wohnungsbaus der Fa. GBI am 29.9.2022

Im September haben die ersten Bewohner den von der Fa. GBI errichteten Neubau mit 97 Wohnungen bezogen. Die Mieten pro qm betragen 5,50 E, 6,50 E und 7,50 E. Die Wohnungsgrößen betragen zwischen 35 und 85 qm.

Kö.


Richtfest bei SEETOR Offices

Richtfest bei SEETOR Offices 2022

Richtfest bei SEETOR Offices 2022

Richtfest bei SEETOR Offices 2022

Kö.


Es ist der 21. September 2022, kurz vor 12 Uhr, die Sonne scheint, auf der Ostendstraße brandet der Verkehr und es riecht nach trocknenden Beton. Im Rohbau auf großer Fläche sind Tische und Stühle aufgestellt, für das Catering sorgt El Pardiso und es gibt sommerliche Getränke und kleine Snacks. Es gibt etwas zu feiern: nach nicht einmal einem Jahr seit der Grundsteinlegung kann heute Richtfest gefeiert werden. Dieser Baufortschritt konnte durch gute Planung und Organisation und gemeinsames Vorgehen erreicht werden. Diese gut koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten würdigt Geschäftsführer Sven Sontowski im Namen der Sontowski & Partner Group in seiner Begrüßungsrede. Aus seinen Worten spricht einerseits berechtigter Stolz bei der schnellen Umsetzung und gleichzeitig Dank und Anerkennung bei allen Beteiligten, insbesondere der Stadt Nürnberg und dem Generalunternehmer Mauss Bau, für die kooperative Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Bauvorhabens.

Für Nürnberg und insbesondere den Stadtteil Mögeldorf wird im Seetor City Campus ein zukunftsweisendes Konzept zur Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Essen gehen und Freizeitaktivitäten umgesetzt. In SEETOR Offices, die Mitte 2023 eröffnen sollen, sind bereits über 75 % der Flächen vermietet. Derzeit sind noch knapp 6000 m² frei, die ab 380 m² angemietet werden können. Neben einem REWE-Markt mit Bäcker und Metzger und dem Restaurant Kokono, in dem man moderne asiatische Küche und Sushi genießen können wird, schaffen u.a. adesso SE, als IT-Dienstleister, die Anwaltskanzlei Sonntag & Partner, die Steuerberatung der WTS Gruppe oder der Medizinische Dienst Bayern, um nur einige zu nennen, lokale Arbeitsplätze.

In seinem Grußwort unterstrich OB Markus König die Entwicklung dieses Areals von der Industriebrache zu einem Vorzeigequartier, das aktuell und in Zukunft Maßstäbe setzen dürfte und die Attraktivität des Stadtteils nachhaltig steigern wird.

Auch darüber wurde beim Richtfest informiert: Für den Gewerbekomplex strebt die Sontowski & Partner Group eine Zertifizierung in Gold durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) an. Darüber hinaus soll ein Mobilitätskonzept integriert werden: ÖPNV-Jahresabos für Gewerbenutzer, die Schaffung einer modernen Fahrradinfrastruktur, Car-Sharing-Angebote und E-Ladestationen wollen ressourcenschonende Modelle und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel unterstützen. Das Quartier ist ja sowohl an den Individual- als auch an den öffent-lichen Nahverkehr sehr gut angebunden.

Für uns Mögeldorfer wird somit das Ende der Einschränkungen durch die Baustelle absehbar und wir dürfen uns freuen über ein neues attraktives Ziel im Stadtteil.

Nach dem offiziellen Teil mit Ansprachen, dem traditionellen Richtspruch und einer Führung durch die Räumlichkeiten bis hinauf auf das Dach konnten die anwesenden Gäste bei mediterranen Speisen und erfrischenden Getränken miteinander ins Gespräch kommen. Das gut organisierte Fest bot sowohl den am Bau direkt Beteiligten, den Nachbarn und Gästen aus Politik und Verwaltung eine gute Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wer sich aktuell zum SEETOR informieren möchte, kann dies unter www.seetor-nuernberg.de tun und zu unserem Neujahrsempfang am 12. Januar 2023 werden wir ihm natürlich auch eine Bühne bieten.

Mathias Monse
(Danke für die Unterstützung der Sontowski & Partner Group)


Richtfest bei SEETOR Offices  2022

Richtfest bei SEETOR Offices  2022

Begrüßung der Gäste durch Sven Sontowski im Namen der Sontowski & Partner Group.


Richtfest bei SEETOR Offices  2022

Über den Dächern von Mögeldorf: Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas, Geschäftsführer Sven Sontowski, OB Markus König (v.l.n.r.).


Richtfest bei SEETOR Offices  2022

Traditionell bittet der Zimmermann um Segen für das neue Haus.


Richtfest bei SEETOR Offices  2022

So könnte es im Sommer 2023 aussehen, wenn alle Gerüste und Hüllen gefallen sind (Visualisierung: Boomtown).


Die Schmiede mausert sich

Die Schmiede mausert sich

2000 Am Dach durch Erker-Kinder. Berg-Heil am Kirchenberg!


Die Schmiede mausert sich

2022



Norica-Heft 18

des Stadtarchivs Nürnberg vom Oktober 2022 erschienen. Darin wird auf den Seiten 37 bis 42 die Mögeldorf-Sammlung Hölzl beschrieben. Ein sehr lesenswerter Artikel.


Aus unserem Archiv:

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

F.S.


Aus unserem Archiv:

Satzinger Mühle: Antrag auf Aufbau eines Stockwerks auf die Satzinger Mühle, Flußstraße 45 Nr. 739/22, vom 17.3.1922

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

Satzinger Mühle: Genehmigung vom 30.8.1911 Nr. 129/11 über bauliche Änderung der Stauanlage im Pegnitzarm der Kunstmühle M. Satzinger

F.S.


Vor 50 Jahren: es ging um die Bebauung des Mögeldorfer Kirchenbergs

Fast 50 Jahre sind vergangen, seit sich über dem Mögeldorfer Kirchenberg – im übertragenen Sinn – ein Unwetter zusammenbraute, dessen Verwirklichung zu einer Zerstörung des gesamten dortigen Ensembles geführt hätte. Und heutzutage würde man dann sagen, dass man jetzt ein solches Bauvorhaben nicht mehr zulassen würde, dass man damals aber anders gedacht und geplant habe.

Vor 50 Jahren: es ging um die Bebauung des Mögeldorfer Kirchenbergs

Fast fünf Jahre dauerte es dann, bis nach heftigem Hauen und Stechen auf Nürnberger politischer Ebene das Unheil abgewendet war.

Es ging um die Grundstücke Ziegenstraße 21, 23 und 25, wo zwei kleine alte Häuser (Gemeindediener- und Armenhaus des alten Dorfes) und die sog. Geyersvilla standen, und aufs Ganze gesehen um die Bebauung des sechs Tagwerk (altes bayerisches Flächenmaß, d.s. etwa 20400 qm; d.Verf.) großen Hanggrundstückes zwischen dem alten Mögeldorfer Friedhof und dem Areal von Ebensee. Dieses Grundstück war von dem Fabrikanten Georg Geyer anfangs des 20 Jahrhunderts mit der genannten Villa bebaut und kultiviert worden (Quelle gefasst, Teich angelegt etc.). Von ihm und seinem Eigentum kündet jetzt nur noch das eiserne Tor vor dem Hof des Hallerschlosses am Kirchenberg 7, das im Mittelfeld die Buchstaben GG trägt, und das vor Jahren dorthin versetzt wurde.

Anfang der 1970er Jahre veräußerten die damaligen Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, das gesamte Areal an das gewerkschaftseigene Wohnungsunternehmen Neue Heimat (Hamburg), ein Unternehmen, das damals in hohem Ansehen stand, das aber 1982 wegen Bereicherung von Führungskräften in die Schlagzeilen geriet und 1986 Verbindlichkeiten von 16 Milliarden Deutsche Mark hatte. Zuvor schon hatte die „Neue Heimat“ (künftig: NH) das Mühlenanwesen Satzinger und im Wege der Zwangsversteigerung am 9. Mai 1972 das Linksche Schloss zum höchsten Gebot mit 470.000 Deutsche Mark erworben.

Das viel größere Anwesen Ziegenstraße 21, 23 und 25, das nunmehr der „Neuen Heimat“ ebenfalls gehörte, sollte teilweise mit 52 größeren Wohneinheiten bebaut werden. Von vielen Seiten gab es heftige Kritik. Die „Nürnberger Nachrichten“ warnten beispielsweise in der Ausgabe vom 11. August 1972 davor, einen der ältesten Winkel des Mögeldorfer Kirchenbergs unterhalb der Kirche St. Nikolaus und St. Ulrich und des Friedhofes durch siebenstöckige Bauklötze zu zerstören. In der Folgezeit stellten die Architekten der NH sogar noch weitergehende Pläne mit größerer Bebauung vor. Dies führte zu einer „vorgezogenen Bürgerbeteiligung“; die NH reduzierte entgegen dem bisherigen Vorhaben die Planung der Bebauung um ein Geschoss auf 35 Einheiten. Da dies aber – verglichen mit dem Altbestand – noch immer ein Vielfaches war, und da für das Areal am ehemaligen Geishang kein Bebauungsplan vorlag, entwarf die Verwaltung der Stadt Nürnberg den Bebauungsplan 4122, der eine sehr großflächige und voluminöse Bebauung des Hanges vorsah. In der Sitzung des Stadtrates am 29. November 1978 ging es um die Billigung dieses Entwurfes für ein Teilgebiet nördlich der Ziegenstraße und westlich des Mögeldorfer Friedhofes im Anschluss an die Grünflächen Oberer Wöhrder See.

Baureferent Görl führte eingangs aus, dass es auf dem fraglichen Grundstück um ein bestehendes Baurecht gehe (da dort schon die drei erwähnten, mittlerweile abgerissenen Häuser gestanden hatten; d. Verf.) und somit nicht in eine Grünfläche eingegriffen werde. Auch handele es sich um ein Gelände, das auch ohne Bebauungsplan nach § 34 Bundesbaugesetz zu bewerten sei. Stadtrat Unger (FDP) stellte mit kurzer Begründung den Antrag, das Bebauungsplanverfahren einzustellen. Stadtrat Wildner (CSU) wurde konkreter. Davon ausgehend, dass ursprünglich 52 Wohneinheiten in fünfgeschossiger Bebauang geplant gewesen seien, jetzt aber nur noch 33 Wohneinheiten gebaut werden sollen, rentiere es sich nicht, das städtebaulich einmalig schöne Ensemble des Kirchenberges zu zerstören. Stadtrat Murawski (FDP) wandte sich vehement gegen die Bebauung des Hanges wegen der lufthygienischen Situation. Denn der Hang habe im Pegnitztal eine Funktion als Luftschneise (heutzutage spricht man von Frischluftkorridor).

Stadtrat Dr. Schönlein (SPD), der Wortführer der Befürworter des Bebauungsplanes und der Bebauung überhaupt, beharrte darauf, dass tatsächlich ein Baurecht auf dem Grundstück bestehe und dass man dem Bauträger und Eigentümer Neue Heimat das Bauen ermöglichen müsse. Es gehe „um eine Abwägungsfrage, ob die Stadt bereit sei, einen sehr, sehr hohen Preis zu zahlen, um dort Bebauung zu verhindern (er meinte damit, dass die Stadt Nürnberg im Fall einer Nichtbebaubarkeit des Grundstückes der Neuen Heimat eine hohe Entschädigung bezahlen müsse).

Nach langer und heftig geführter Diskussion (es war auch von Zusagen der Stadt gegenüber der NH die Rede) ergab die Abstimmung über den Antrag der FDP, das Bebauungsplanverfahren einzustellen, ein Votum von 36:35 Stimmen.

Dieses Abstimmungsergebnis fand natürlich nicht ungeteilte Zustimmung. In den „Nürnberger Nachrichten“ vom 30. November 1978 kommentierte w.s. (d.i. Walter Schatz; d.Verf.) das Ergebnis dieser Sitzung unter der Überschrift „Die Stadt auf dem Weg zum Dornröschenschlaf“ wie folgt: „... Das Votum der Ratsmehrheit gegen neue Häuser am Mögeldorfer Kirchenberg hingegen kann nur die Nachbarn in diesem Gebiet erfreuen. Dort soll jetzt Bauland in eine Grünfläche umgewandelt werden, obschon es ringsherum von den Pegnitzauen grünt und grünt . … Ob sich nun SPD und FDP oder CSU, FDP und DKP gegen einen Plan verbünden, spielt keine Rolle. Das Problem bleibt vielmehr, ob sich die Stadt entwickeln oder ob sie in einen Dornröschenschlaf versinken soll.“

Damit war die Angelegenheit freilich nicht vom Tisch, im Gegenteil: die 10. Sitzung des Stadtrates am 13. Dezember 1978 befasste sich erneut mit dem Thema (wieso, ist den Akten nicht zu entnehmen; d. Verf.). Zwischen der Sitzung am 29. November und derjenigen des 13. Dezember hatten die Fraktionen von CSU, FDP und DKP je einen Antrag gestellt, der weiter greifend die Thematik erfasste, nämlich:

„1. Der Flächennutzungsplan der Stadt Nürnberg im Bereich Mögeldorf ist dahin zu ändern, dass die im Bebauungsplanentwurf Nr. 4122 liegenden Teilflächen der Flurstücksnummer 526/8 und 545 Gemarkung Mögeldorf als Grünflächen festgelegt werden.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Bebauungsplanverfahren mit dem Ziel einzuleiten, die im Bebauungsplanentwurf Nr. 4122 liegenden Teilflächen der Flurstücksnummer 526/8 und 545 Gemarkung Mögeldorf als öffentliche oder private Grünflächen (Parkanlage, § 9 Abs. 1 Nr. 15 BbauG) auszuweisen.“

Eingangs der Sitzung berichtete Baureferent Görl über das Ergebnis der Sitzung vom 29. November. Er kämpfte geradezu verbissen für die Möglichkeit der Bebauung und wies ergänzend darauf hin, dass es nach gültigem Baurecht möglich sei, bei Vorliegen eines Bauantrages der NH den Bauantrag ein Jahr zurückzustellen und dann eine Veränderungssperre zu beschließen. Stadtrat Dr. Schönlein wurde noch deutlicher: „Wir von der SPD-Stadtratsfraktion, die wir uns dem Wohl der gesamten Stadt verpflichtet fühlen und insbesondere den Bürgern der Stadtteile, in denen Grün noch zu schaffen eine vordringliche Aufgabe sein wird, halten diese Anträge (gemeint: der CSU, FDP und DKP; d. Verf.) für unverantwortlich und beispiellos.“ Nachdem die Fraktion der CSU und die Vertreter von FDP und DKP ihre gleichlautenden Anträge erläutert hatten, ergriff nochmals Dr. Schönlein (unter Hinweis auf die DKP) das Wort und warf der CSU „Mangel an politischer Moral“ vor; die drei gleichlautenden Anträge seien „unverantwortlich und beispiellos“.

Der Sitzungsführer, Oberbürgermeister Dr. Urschlechter, der sich vorher schon gegen eine Wiederaufnahme des Themas gewandt hatte, beantragte am Ende der Diskussion, die einem Schlagabtausch glich, die namentliche Abstimmung und diese ergab für die Grünfläche 36 gegen 35 Stimmen. Dem Vernehmen nach hatte sich damals eine der fünf CSU-Stadträtinnen, obwohl erkrankt, auf den Weg zur Sitzung gemacht, um das Vorhaben der Bebauung des Kirchenbergs zu blockieren.

Weil es auch später noch Stimmen gab, die sich mit diesem Ergebnis nicht abfinden wollten, erinnerte die „Nürnberger Zeitung“ am 8. November 1980 (k.e.,d.i. Karl Engelhardt; d. Verf.) an die Gefahr, die damals dem Umfeld der alten Mögeldorfer Kirche drohte: „... Obwohl mittlerweile fast zwei Jahre die Pegnitz hinuntergeflossen ist, muss wieder einmal daran erinnert werden, was damals an ihrem Ufer beinahe passiert wäre: die Neue Heimat hätte den Mögeldorfer Kirchenberg zugebaut, im besten Einvernehmen mit der SPD-Stadtratsfraktion und der dieser natürlich eng verbundenen Stadtverwaltung. Wunschgemäß und dank eines inzwischen berühmt gewordenen Paragraphen (§ 34 BBauG; d. Verf.) sollte der grüne Fleck gar als Innenbereich deklariert und damit auf einen Bebauungsplan verzichtet werden. Die CSU-Mannschaft, das FDP-Duett und der DKP-Einzelkämpfer zeigten daraufhin den Sozial-demokraten, dass ihre Rathaus-Position auch schon einmal besser gewesen ist.“

Seit den damaligen Geschehnissen ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert vergangen. Die heutige Mögeldorfer Bevölkerung freut sich Tag für Tag an dem Ensemble rund um den Kirchenberg, eine Oase in der – verglichen mit der Situation um 1979 – noch größer und noch lauter gewordenen Großstadt. Und all das hing von einer einzigen Stimme ab.

P.S.: Der vorstehende Beitrag beruht im Wesentlichen auf den Archivalien des Stadt-archivs Nürnberg (Niederschriften über die Sitzungen des Stadtrates), dem Briefwechsel des Bürger- und Geschichtsvereins Mögeldorf e.V. mit der Stadt Nürnberg und anderen Unterlagen des Vereins und der Erinnerung des Verfassers, der im Grundstück Ziegenstraße 25 geboren und aufgewachsen ist.

Prof. Dr. Klaus Kastner
Die Geyersvilla, aufgenommen von Elisabeth Kastner an einem sonnigen Wintertag Mitte der 1930er Jahre vom Grundstückszugang aus der Ziegenstraße (rechts neben der Nr. 19, damals Bauernhof) bergab.


Neubauten Umkleide und Kinderhaus SpVgg Mögeldorf 2000

Neubauten Umkleide und Kinderhaus SpVgg Mögeldorf 2000

Neubauten Umkleide und Kinderhaus SpVgg Mögeldorf 2000

F.S.



Episoden aus Mögeldorfs Geschichte

22. Folge: Kreuzugsaffäre 1468

Im 15. Jahrhundert erschütterten die Hussitenkriege das Reich, die zugleich religiös, national und sozial inspirierte Revolution von Teilen der böhmischen Bevölkerung gegen die katholische Kirche, den starken deutschen Einfluss im Lande und die feudale Ausbeutung. Obwohl sogar der Papst zum Kreuzzug gegen die „Ketzer“ aufrief, waren die alten Mächte jahrzehntelang nicht in der Lage, die Revolution zu unterdrücken; im Gegenteil durchzogen die Hussiten verheerend die angrenzenden Teile Deutschlands. Auch das Nürnberger Umland wurde 1430 von ihnen bedroht und die Landbevölkerung zur Flucht hinter die Mauern der Stadt gezwungen; nur durch die Zahlung einer hohen Summe konnte der Rat die Bedrohung abwenden.

Mögeldorf wurde von den Hussitenkriegen auch noch durch ein zweites, etwas skurriles Ereignis berührt: die Affäre um den Kreuzzugsprediger Jakob von Glogau. Obwohl die Episode nicht eigentlich zur Mögeldorfer Geschichte gehört, sondern sich nur teilweise in Mögeldorf abspielte, soll sie doch hier wiedergegeben werden, zumal sie bisher noch in keiner Darstellung zur Mögeldorfer Geschichte erwähnt wird.

Im Juli 1468 hatte der Barfüßermönch Jakob von Glogau als päpstlicher Legat in Nürnberg einen Kreuzzug zur Befreiung der böhmischen Stadt Tachau (Tachov) von der Belagerung durch die Hussiten gepredigt. Das Angebot: Ablass aller Sünden gegen persönliche Beteiligung am Kreuzzug oder, genügend Reichtum vorausgesetzt, eine Vermögensabgabe von einem Prozent. Die Ungleichbehandlung armer und reicher Sünder mag uns heute ungerecht vorkommen, machte militärisch aber Sinn, war doch die Anschaffung von ausreichend Verpflegung, Gerät und Waffen für den Erfolg des Feldzugs ebenso wichtig wie die Teilnahme hinreichend vieler Kämpfer.

Obwohl er von dem nüchtern denkenden Nürnberger Rat, dem seine böhmischen Handelsinteressen wichtiger waren als religiöser Idealismus, keinerlei Unterstützung erhielt, war die Predigt des Legaten durchaus erfolgreich. Es gelang ihm, neben hunderten freiwilligen Kreuzzugsteilnehmern auch beträchtliche Spendengelder einzuwerben.

In einer feierlichen Zeremonie, mit Kreuz und Kerzen zogen zunächst 760 Kreuzfahrer auf den Kühberg (Rechenberg) bei St. Jobst und dann weiter nach Hersbruck; hunderte weitere folgten in den nächsten Tagen. Jakob selbst begleitete die Kreuzfahrer allerdings nicht auf ihrem Zug nach Osten, sondern nahm die Kasse an sich und schlug den Weg nach Gräfenberg ein. Offenbar erregte dieses Verhalten einen finsteren Verdacht unter den Kreuzfahrern, eine Gruppe jagte ihm nach, stellte ihn und schleppte ihn gewaltsam nach Mögeldorf, wo sie ihn im Wirtshaus ins Verhör nahm – ob es sich um den im Zweiten Weltkrieg zerstörten „Ritter St. Georg“ handelt, das älteste Wirtshaus Mögeldorfs, oder doch schon um den „Schwarzen Adler“, bleibt unklar.

Warum gerade nach Mögeldorf? Ein Grund wird in der Chronik nicht genannt. Vielleicht hatten sie ihn zunächst nach St. Jobst gebracht, dort aber keine passenden Räume für ihr „Gespräch“ gefunden und sich dann für das nächstgelegene große Wirtshaus in Mögel-dorf entschieden. Die Ortswahl wäre dann ein Hinweis auf die Bedeutung Mögeldorfs als lokales Zentrum im Osten Nürnbergs

Unter heftigen Drohungen – mehrfach zückten sie ihre Messer und Schwerter gegen ihn – stellten die Kreuzfahrer dem Mönch ein Ultimatum: Entweder würde er mit ihnen gemeinsam nach Böhmen ziehen, oder er sollte alles Geld und die Wechselbriefe herausgeben und sie von ihrem Kreuzzugsgelübde entbinden. Trotz aller Drohungen war Jakob zwar bereit, jeden Kreuzfahrer, der dies wollte, von seinem Eid zu entbinden, verweigerte aber standhaft die Herausgabe des Geldes. Inzwischen hatte der Rat Wind von der Sache bekommen und schickte zwei Deputierte, Ruprecht Haller und Peter Harsdörfer, mit acht Söldnern nach Mögeldorf. Es gelang ihnen, die Kreuzfahrer zur Verlegung der Verhandlung in die Kirche zu überreden. Kaum hatten sich die Kreuzfahrer vor dem Altar versammelt, als die Ratsherren, die sich mit Jakob im Hintergrund gehalten hatten, mit ihm zum Tor hinaushuschten, es verschlossen und absperrten, den Mönch auf einen Wagen setzten und nach Nürnberg brachten.

Man liest den Bericht und wundert sich. Das Kirchentor liegt nicht an der Rückwand, sondern an der Seite der Kirche – zwar wurde die Rückwand im Zuge der Renovierung 1901/02 völlig umgebaut, aber nichts spricht dafür, dass es im Mittelalter dort eine zweite Tür gegeben hätte. War die Gruppe der vor dem Altar stehenden Kreuzfahrer so klein, dass sich die Geschehnisse am Seiteneingang in ihrem Rücken zutrugen und von ihnen nicht rechtzeitig bemerkt werden konnten? Vermutlich ja, dafür sprechen auch die folgenden Ereignisse.

Als man das Tor wieder öffnete, machten sich die Kreuzfahrer sofort zur Verfolgung auf. Sie kamen nicht weit; schon auf der Brücke erwartete sie Ruprecht Haller und empfing sie mit einer sträflichen Rede über die Verwerflichkeit ihres Tuns. Erstaunlicherweise schoben sie ihn nicht einfach zur Seite oder wateten nebenan durch die flache Pegnitz, sondern blieben brav stehen und hörten sich die Standpauke an. Hatten sie einen solchen Respekt vor der Obrigkeit (schließlich waren sie alle Nürnberger) oder doch eher vor den höchstens acht Söldnern? Als Haller seine Rede endlich beendete, hatte der Wagen mit dem Mönch bereits einen uneinholbaren Vorsprung.

Damit endete die Episode für Mögeldorf. Der Fortgang der Ereignisse ist in wenigen Worten erzählt. In Nürnberg brachte der Rat ein Versöhnungstreffen in der Barfüßerkirche zustande, auf dem Jakob mit einer herzbewegenden Rede einen völligen Gesinnungsumschwung herbeiführte: Mit heißen Tränen baten ihn die Kreuzfahrer um Vergebung, und gemeinsam zogen der Mönch und die Kreuzfahrer nach Böhmen. Der Zug endete mit einem völligen Fehlschlag.

Horst-Dieter Beyerstedt



Blick auf Unterbürg

Zeichnung von1886 (Ausschnitt). Der Künstlername ist mit D. angegeben. Das Bild stammt aus dem Nachlass des Nürnberger Zeitungsverlegers Josef E. Drexel. Heutiger Eigentümer des Bildes ist Herr Werner Jülka. Wir danken für die Veröffentlichungserlaubnis und Hr. Prof. Dr. Hermann Rusam für die Vermittlung der Ansicht.

Blick auf Unterbürg

Kö.


25 Jahre Mathilden-Haus
im Gemeindeverein Nürnberg-Mögeldorf e.V.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek und Schirmherrin Karin Baumüller-Söder, Ehefrau des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, würdigten anlässlich der Feierlichkeit zum 25. Jubiläum am vergangenen Sonntag die Pionierarbeit in der Hospiz- und Palliativarbeit des Gemeindevereins.

Nach einem Festgottesdienst lud der Gemeindeverein Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen sowie Förderer der umfassenden Hospizarbeit zu einem feierlichen Empfang in die Begegnungsstätte Oase ein.

In seinem Grußwort sagte Gesundheitsminister Holetschek: „Im Mathilden-Haus befindet sich eines der ersten stationären Hospize in Bayern. Es ist ein Vorbild für viele andere, die sich nach ihm auf den Weg gemacht haben, um die Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern voranzubringen.“

Darüber hinaus gibt es zwei teilstationäre Tageshospize in Bayern. Holetschek erläuterte: „Auch hier ist das Mathilden-Haus Vorreiter. Vor drei Jahren war es das erste nach der Rahmenvereinbarung anerkannte Tageshospiz in Bayern – und sogar deutschlandweit!“

Holetschek hob weiters eine neue, innovative Wohnform heraus, die der Gemeindeverein seit 2020 anbietet: das Projekt Wohngemeinschaft „LebensWeGe“. Holetschek sagte: „Sie ist eine Wohngemeinschaft für bis zu fünf schwerstkranke Menschen, in der sie nicht alleine sind, aber ihr Leben gleichzeitig so selbständig wie möglich gestalten können.“

Schirmherrin Karin Baumüller-Söder schloss sich den Glückwünschen an: „Das Mathilden-Haus ist das Herzstück des Diakoniezentrums bei uns in Mögeldorf. Es war 1997 bayernweit eines der ersten stationären Hospize und ist auch heute ein ganz wichtiger Teil der gesamten Hospizversorgung in Bayern.“

Besonders dankte Karin Baumüller-Söder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Mathilden-Hauses: „Alle die hier haupt- und ehrenamtlich arbeiten, sorgen dafür, dass auch der Herbst des Lebens wertvoll und erfüllt ist. Sie sehen die Menschen von der Tagespflege bis zur Begleitung auf dem letzten Weg immer in ihrer Würde und schenken ihnen einen Lebensort, ein Zuhause mit bester Versorgung. 25 Jahre Mathilden-Haus stehen deshalb nicht nur für praktische Hilfe und Unterstützung, sondern besonders auch für menschliche Zuwendung und gelebte Nächstenliebe. Sie leisten Großartiges und machen jeden Tag für viele Menschen einen großen Unterschied.“ Staatsminister Holetschek fügte hinzu: „Mein Dank gilt ganz besonders den engagierten Pflegenden, ohne die solche Angebote nicht möglich wären. Sie leisten tagtäglich Großartiges, um die Menschen kompetent und liebevoll auf ihrer letzten Wegstrecke zu begleiten.“

25 Jahre Mathilden-Haus im Gemeindeverein Nürnberg-Mögeldorf e.V.


Referat: Bonhoeffer ein Hochverräter?

Horst Michael Mayer, Journalist a. D., zuletzt 30 Jahre bei den Nürnberger Nachrichten, befasst sich seit vielen Jahren mit Themen des "Dritten Reiches", dessen Folgen weitgehend in der Öffentlichkeit unbekannt geblieben sind. In diesem Fall referiert er über die unbewältigte Vergangenheit der deutschen Justiz im Falle des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 im KZ-Flossenbürg zum Tode verurteilt wurde.

WANN: 11. Januar 2023, von 18:00-19:00 Uhr

ORT: Saal Aue der Mögeldorfer OASE / Ziegenstraße 33

Eintritt: 5 Euro

ANMELDUNG: bei Katrin Arnast unter karnast@diakonie-moegeldorf.de   oder unter 0911/ 99541-20 (Bürozeiten Dienstag bis Donnerstag von 13:00-16:00 Uhr)


Typisch Franken

Typisch Franken

2)

 


Bevor ich mit einem Bericht über die diesjährige schon traditionelle Jahresfahrt des Bürger- und Geschichtsvereins zur Landesausstellung nach Ansbach beginne: Hand auf’s Herz? Was ist für Sie typisch fränkisch?

Haben Sie nachgedacht? Später werden wir genauer auf diese Frage eingehen. Es fanden sich wieder interessierte Mögeldorferinnen und Mögeldorfer zur Abfahrt nach Ansbach, der früheren Residenzstadt des Markgraftums Brandenburg-Ansbach, ein. Einige fehlten wohl krankheitsbedingt, was sehr schade war. Die Ausstellung findet im barocken Orangeriegebäude aus dem 18. Jahrhundert im markgräflichen Hofgarten statt. Einbezogen wird auch die ehemalige Hofkirche St. Gumbertus, die nur etwa 500 Meter von der Orangerie entfernt liegt.

Zurück zu meiner Eingangsfrage. Die Antwort, die man im Internet auf der Seite der Bayerischen Landesausstellung finden kann, lautet:

Bratwurst, Fachwerk, Dialekt, Kirchweih, Wein oder Bier – das sind wohl die Antworten, die am häufigsten genannt werden. Doch was ist Klischee und was die Wirklichkeit? Zahlreiche Exponate sowie Medien- und Mitmachstationen beleuchten das Besondere an Franken. Auf einer fesselnden Zeitreise entdecken die Gäste das geschichtliche und regionale Franken von den Reichsstädten über die Reichsritterschaften bis hin zu Markgrafentümern und geistlichen Hoch- und Fürststiften. Sie treffen auf Schwanenritter und vornehme Kurgäste, mächtige Bischöfe und verliebte Markgrafen, aber auch auf ausgefuchste Räuberinnen und standhafte Städterinnen.“1)

2) Die Grafik zeigt das Plakat, das für die Ausstellung wirbt. Ein stilisiertes „F“ steht wohl für Franken. Die drei Figuren sollen die drei fränkischen Regierungsbezirke darstellen. Ober-, Mittel- und Unterfranken. Na ja, die Elsbeth Tucher (1473–1517) von Albrecht Dürer haben Sie ja sicher sofort erkannt! Immerhin war ihr Bild lange Zeit auf dem 20-DM-Schein zu sehen.

In der Orangerie hatten wir in kleinen Gruppen eine Führung durch die Ausstellung, die in Form einer Zeitreise durch Franken verschiedene Schwerpunkte setzt. Markgräfin Charlotte, die Mutter des ersten Markgrafen, ließ den Hofgarten nach französischem Gartenideal umgestalten und für die frostempfindlichen Zierpflanzen ein Gebäude errichten. Aber nicht nur die Pflanzen sollten gehegt werden, es sollten auch opulente Sommerfeste in den Räumlichkeiten stattfinden. Heute werden die Räumlichkeiten für Festakte oder z. B. für die Ansbacher Bachtage genutzt.

............... Kompletten Bericht weiterlesen .......


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