Unser Mögeldorf


Titelbild 2022 Februar

Mitteilungsblatt des Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e. V.


Heft 4 - August 2022  - 70. Jahrgang

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Titel Bild:
650 Jahre Buchenklinge (Kö.)


Lieber Leserinnen und Leser,

nach der gefühlt ewig langen Pause der Jahre 2020 und 2021 hat dieses Jahr wieder unsere Mögeldorfer Kirchweih stattgefunden.

Wir hatten ausgesprochen warmes sommerliches Wetter, aber einen Regenschirm haben wir immer wieder durchaus brauchen können. Trotz der Schauer haben unsere Kapellen beim Kirchweihzug am Freitag tapfer standgehalten

Ein herzliches Dankeschön gilt unserer Kirchweihorganisatorin Iris Hannwacker mitsamt der familiären Unterstützung durch Wolfgang Hannwacker. Sie haben wieder alle organisatorischen Leistungen der Abstimmung mit Stadt, Polizei, VAG, DLRG, Schaustellern, Festwirt, SUN etc. herausragend bewältigt. Diese Gesamtorganisation kann gar nicht groß genug gewürdigt werden

Auch unseren Kärwaburschen und -madla gebührt unser großer Dank. Kirchweihstimmung wird gerade durch sie in vorbildlicherweise für uns Mögeldorferinnen und Mögeldorfer erzeugt.

Vom Wetter verwöhnt war nach zwei Jahren Corona-Pause das 67. Mögeldorfer Schlossfest

Wolfgang und Iris Hannwacker mit ihrem hochengagierten InlinerTeam haben wieder für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Frau Dr. von Andrian-Werburg, Frau Stulle und Frau Goll haben ein buntes, beim Publikum bestens aufgenommenes Programm zusammengestellt, das von Frau Stulle charmant moderiert wurde. Die kleinen Künstler wurden mit großem Beifall bedacht.

Mit gewohntem Schwung sorgten die Saitenspinner für einen heiteren Abend, der durch eine attraktive Lichtshow von Frau Anne Defries abgerundet wurde.

Unser Vorsitzender

Wolfgang Köhler

Ihr Wolfgang Köhler


Kehrd Wärd 2022

Müll im Gebüsch oder Flaschenscherben auf dem Spielplatz sind ärgerlich und gefährlich. Das gehört schnellstmöglich in die Tonne!

Frühjahrsputz kennt jeder und es ist eine gute Gelegenheit, um ein paar Dreckecken zu beseitigen. Wenn man es dann noch gemeinsam tut, wirkt das Beispiel breiter und motiviert zum Nachmachen. Am Freitag, den 13. Mai, lud daher der Kulturladen Loni-Übler-Haus in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilkreis Mögeldorf mit freundlicher Unterstützung durch den Servicebetrieb Öffentlicher Raum zum „Kehrd Wärd“ ein und viele kamen und halfen mit, natürlich auch wir vom Bürgerund Geschichtsverein. So zog eine Schar mit Warnwesten, Schutzhandschuhen und Müllsäcken durchs Wohngebiet an der Marthastraße und das Ufer zum Wöhrdersee und sorgten so für ein schöneres Zuhause – die Kinder waren sehr engagiert und lernten, wo Müll hin gehört und die vollen Müllsäcke zeugten von unserem Erfolg.

Herzlichen Dank an das Loni-Team um Inga Poravas und Sylvia Kohlbacher für die gelungene Organisation und die Gelegenheit, etwas Gutes zu tun

Mathias Monse
PS: Insgesamt haben 10 Einrichtungen und über 150 Menschen in ganz Mögeldorf gesammelt. Herzlichen Dank dafür!



Sehr gute besuchte Kitchweih in Mögeldorf 2. bis. 6 Juni 2022

Sehr gute besuchte Kitchweih in Mögeldorf 2. bis. 6 Juni 2022

Sehr gute besuchte Kitchweih in Mögeldorf 2. bis. 6 Juni 2022


Unterwegs in Mögeldorf

Unterwegs in Mögeldorf

Unterwegs in Mögeldorf

Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V. bei der Ehrenamtsbörse im Loni-Übler-Haus



Ebenseefest 2022

Bis Ende der 1960iger Jahre betrieb die Fa. Kromwell auf dem Gelände des heutigen Marktkaufs an der Laufamholzstraße eine Lederwarenfabrik mit Gerberei. Danach hatte sie ihre Betriebsanlagen am Thumenberger Weg 26. Das Gewerbegebiet muss nun einem Wohnkomplex weichen.

Ebenseefest 2022



Ökumenisches Gemeindefest am 3.7.2022 in St. Karl

Ökumenisches Gemeindefest am 3.7.2022 in St. Karl

Ökumenisches Gemeindefest am 3.7.2022 in St. Karl



67. Mögeldorfer Schlossfest am 2. Juli 2022 „Mögeldorf kann feiern

Dieser Ausspruch stammt vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, der zusammen mit Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Brehm sowie Stadträtin Andrea Friedel das diesjährige Schlossfest eröffnete.

Der erste Vorsitzende des Bürger- und Geschichtsvereins Mögeldorfs, der für die Ausrichtung des Festes verantwortlich zeichnet, Herr Wolfgang Köhler, freute sich über den Besuch der drei Spitzenpolitiker und es war ein gelungener Auftakt für einen sehr schönen, unbeschwerten Abend.

Durch das Programm führte souverän und mit viel Engagement Frau Caroline Stulle.

Den ersten Auftritt gestalteten die Inliner Mögeldorf 2000 (Red Stars), die unter ihren Trainierinnen Iris Hannwacker und Melanie Geiger, unter rhythmischen Klängen gekonnt ihre Runden auf dem Rondell zogen. Dazu muss gesagt werden, dass dies 67. Mögeldorfer Schlossfest am 2. Juli 2022 „Mögeldorf kann feiern“ Dieser Ausspruch stammt vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, der zusammen mit Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Brehm sowie Stadträtin Andrea Friedel das diesjährige Schlossfest eröffnete. bei dem vorhandenen Untergrund nicht ganz einfach ist, mit einer Schnelligkeit auf den Kufen Pirouetten und sonstige Figuren zu fahren.

Danach kam der Chor der Thusneldaschule unter der Leitung von Christian Ruf. Die Kinder der Klassenstufen 2 und 5 brachten vier Lieder zu Gehör und begeisterten ebenfalls das Publikum, das mitklatschte und auch teilweise mitsang.

Ein exotischer, außergewöhnlicher Auftritt folgte: Die Bauchtanzgruppe aus dem LoniÜbler-Haus zeigte gekonnt den Bauchtanz. Man staunte nicht schlecht, wie grazil und der Musik entsprechend rhythmisch sowohl die beiden jungen Tänzerinnen als auch ihre Lehrerin als Profi in beeindruckender Kleidung ihre Darbietung vollführten.

Ein exotischer, außergewöhnlicher Auftritt folgte: Die Bauchtanzgruppe aus dem LoniÜbler-Haus zeigte gekonnt den Bauchtanz. Man staunte nicht schlecht, wie grazil und der Musik entsprechend rhythmisch sowohl die beiden jungen Tänzerinnen als auch ihre Lehrerin als Profi in beeindruckender Kleidung ihre Darbietung vollführten.

Move2fit“ – es war begeisternd zu sehen, wie schon die Kleinsten zur Musik ihre Bewegungen ausführten. In verschiedenen Gruppen zeigten Kinder verschiedenen Alters wie schön es sein kann, sich frei nach Musik bewegen zu können. Die Leiterin der Gruppen, Frau Diana Ehlers, legt Wert darauf, dass die Freude an der Bewegung im Mittelpunkt steht. Am Schluss verteilte sie an die kleinen Tänzer und Tänzerinnen, denen der Auftritt sichtlich Spaß machte, Rosen als kleine Anerkennung

Christian Ruf, der schon als Chorleiter auf der Bühne stand, brachte einen weiteren musikalischen Leckerbissen auf die Bühne: „THE RUF BAND“. Mit seinen vier Kindern macht Christian Musik. Neben Kinderliedern präsentieren sie auch Folksongs, Calypsound Latinhits. Christian Ruf komponiert teilweise die Lieder selbst. „Flamingo Girl“ – das Publikum konnte bei diesem Lied mitsingen und mitklatschen. (Wer dazu den neuesten Videoclip sehen möchte, kann dies auf Youtube tun).

Den Abschluss des Programms bildete erneut ein Auftritt der Inliner Mögeldorf 2000 (Fire Angels), die unter der Leitung von Wolfgang Hannwacker und Christian Müller einen tollen Auftritt hinlegten. Rasant zeigten sie auf ihren Inlinern Figuren, gekonnt zogen sie ihre Kreise, die Choreografie war einfach beeindruckend. So war es nicht verwunderlich, dass das Publikum eine Zugabe forderte, die dann mit einem Medley von Abba Hits auch erfüllt wurde.

Allen Beteiligten an diesem Programm gebührt großer Dank und Anerkennung für das Engagement. Man spürte, dass es den großen und kleinen Künstlern Spaß machte und der Beifall des begeisterten Publikums dankte es ihnen

(Übrigens: Alle auftretenden Gruppen freuen sich über Zuwachs – Kinder und Jugendliche können sich gerne anschließen und wer weiß – vielleicht schon beim nächsten Schlossfest mit auftreten!)

Aber das Programm ist nur ein Teil, das für eine gute Stimmung im Park des Schmausenschlosses sorgt. Schon traditionell sorgten ebenso die „Saitenspinner“ mit ihrer Musik dafür. Wie beliebt sie sind, zeigt sich immer am Ende des Schlossfestes, bei dem die Zuhörer, Mitsänger und Tän

Neben Beteiligung von Schulen und Mögeldorfer Institutionen, einer super Band darf eines aber nicht fehlen: Die Versorgung mit Essen und Trinken. Das Catering, das durch die Gruppe der Inliner Mögeldorf 2000 geboten wird, ist professionell. Vorher noch auf Kufen, sah man anschließend die Mannschaft am Getränkeausschank, Steak- und Bratwurstgrillen. Es klappte perfekt – für jeden Schlossfestbesucher war etwas dabei. Unter der Ägide von Wolfgang Hannwacker kann man hier Teamwork in seiner besten Form erleben: Aufbau (Bierbänke, Grill, Musikanlage etc.), Durchführung und auch am nächsten Tag Abbau. All diese Arbeit ist nicht selbstverständlich und verdient große Anerkennung!

Es war ein wunderschöner Sommerabend, der seinen Abschluss durch eine Lichtshow von Anne Defries fand. Fantastisch, mit welchen lichttechnischen Animationen sie ihr kleines und großes Publikum begeistert.

So blickt der Vorsitzende des Bürger- und Geschichtsvereins, Wolfgang Köhler dankbar auf einen gelungenen Abend zurück, ein Abend mit Kulinarik, Vorführungen, Musik, Treffen mit Bekannten und Freunden, guten Gesprächen.

Nach der langen Zeit, in der Corona solche Veranstaltungen nicht möglich machte, hofft der Verein auf ein gesundes Wiedersehen zu dem dann 68. Mögeldorfer Schlossfest.

Dr. Ute Köhler


Projekt Seetor

Stand: 2.4.2022

Projekt Seetor Stand: 2.4.2022

Projekt Seetor Stand: 2.4.2022

Projekt Seetor Stand: 2.4.2022

Bilder: Kö.


Heinemannbrücke

Heinemannbrücke

Die westliche Fahrbahnhälfte der Gustav-Heinemann-Brücke ist saniert
Bild: Koe.


Neugestaltung des Mögeldorfer Plärrers

Neubau Thumenberger Weg

Neubau Thumenberger Weg

Bilder: Kö.



Typisch Franken? Jahresfahrt nach Ansbach

Typisch Franken?  Jahresfahrt nach Ansbach

Typisch Franken?  Jahresfahrt nach Ansbach

Die diesjährige Jahresausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte befasst sich mit Franken. Was ist eigentlich „Typisch Franken?“. Es geht hier um Eigenheiten und Traditionen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Befindlichkeiten und Verklärungen. Es gilt, die geschichtliche und regionale Vielfalt zu entdecken. Woher kommt diese Vielfalt in Franken und wie sieht sie aus? Die Ausstellung widmet sich dem Charakter Frankens mit Detailverliebtheit, Präzision und auch Humor. Spannende und manchmal kuriose Exponate aus verschiedenen Jahrhunderten beleuchten was „typisch“ für Franken ist oder sein könnte.

Bei der Zeitreise durch Franken entdecken wir den historischen Reichtum, der viel mit den unterschiedlichen Herrschaftsformen zu tun hat. Wir kommen an Reichsstädten und Reichsritterschaften vorbei, treffen auf geistliche Fürststifte, Klöster und Adelsherrschaften, lernen wilde Markgrafen, mächtige Bischöfe, standhafte Bürgerinnen und jüdisches Leben kennen. Neun fränkische Regionen wurden dafür ausgewählt.

Der Veranstaltungsort, die Orangerie in Ansbach, ist ein beeindruckendes Gebäude aus der Barockzeit. Es schließt sich der prächtige Hofgarten an, dessen Bepflanzung sich an barocken Musterbüchern orientiert. Der Nebenstandort, die Kirche St. Gumbertus liegt im Herzen der Altstadt von Ansbach und ist in die Ausstellung einbezogen. Baustile vom 11. bis zum 18. Jahrhundert sind hier vereint. Bemerkenswert sind der Schwanenordensaltar aus dem 15. Jahrhundert und die mächtige Orgel.

Ansbach, mit seinen 40 000 Einwohnern, ist die viertgrößte Stadt Mittelfrankens, ist Sitz der Regierung und der Bezirksverwaltung Mittelfrankens sowie des Landratsamtes.

Bei unserer Stadtführung werden wir entlang der Markgräflichen Residenz in die Innenstadt schlendern und uns von den Sehenswürdigkeiten der Altstadt verzaubern lassen. Dabei werden wir Einblicke in die Geschichte der Stadt erhalten. In der ehemaligen Hofkirche St. Gumbertus werden wir einen exklusiven Blick in die Schwanenritterkapelle und auf die Markgrafengruft werfen. Wir werden Ansbachs versteckte Schätze, z.B. die Synagoge und idyllische Innenhöfe entdecken.

Nach der offiziellen Führung kann jeder selbstständig den Spuren der Hohenzollern, der Reformation oder des jüdischen Lebens folgen, das Markgrafenmuseum besuchen oder sich mit dem geheimnisumwitterten Findelkind Kaspar Hauser beschäftigen.

Außerdem laden in der Altstadt viele gemütliche Cafés zum Verweilen ein, auch in der Orangerie befindet sich ein gemütliches Restaurant-Café. Vom 30. September bis 3. Oktober findet zudem der „Fränkische Genussmarkt“ mit Gutem aus der Region statt. Für das leibliche Wohl ist also bestens gesorgt.


Fotos. www.ansbach.de

Episoden aus Mögeldorfs Geschichte

19. Folge: Wohnungsnot und wilde Siedlungen, 1930–1933

Horst-Dieter Beyerstedt


Schon seit dem stürmischen Stadtwachstum der Industrialisierung, verstärkt seit dem Ersten Weltkrieg herrschte in Nürnberg wie in anderen Städten eine drückende Wohnungsnot. Ihren Höhepunkt erreichte sie durch die Massenarbeitslosigkeit während der Weltwirtschaftskrise. Angesichts der katastrophalen Lage griffen immer mehr Wohnungslose zur Selbsthilfe. Zuerst vereinzelt, später in ganzen Gruppen errichteten sie „wilde Siedlungen“ aus Baracken, die innerhalb weniger Stunden teils von ihren Bewohnern in Eigenleistung, teils von Unternehmern errichtet wurden. Die Grundstücke hatten die Siedler von deren Eigentümern teils mit, teils ohne reguläre Verträge auf meistens fünf Jahre gepachtet. Für die Eigentümer lohnte sich das Geschäft, konnten sie doch so das Zehnfache von dem bekommen, was ihnen ihre Wiesen sonst gebracht hätten. Seit 1920, verstärkt seit 1927 und in breitem Umfang seit 1930 entstanden so bis Ende 1931 im Stadtgebiet rund 270 Wohnbaracken. In Mögeldorf entstanden bis zum 4. Mai 1931 die Kolonien „Schönsteiner“ (15 Bretterbaracken am 31.3.1931, bis 15.6. auf 21 angewachsen), „Lausiger Ärmel“ (11 Baracken) und „Stippler“ (im Entstehen begriffen, bisher 2 Baracken) zwischen Bahnlinie und Gleißhammerstraße, eine weitere Siedlung südlich davon „im Wiesengrund“ (16 Baracken), eine bei Rehhof und zwei weitere im benachbarten Zerzabelshof.

Die bessergestellte Nachbarschaft war alles andere als erfreut über die neuen Nachbarn. Am 17. November 1930 richteten die gutbürgerlichen Vorstadtvereine Gleißhammer-St. Peter, Mögeldorf und Zerzabelshof einen gemeinsamen Beschwerdebrief an die Stadt: „Am Fuße des Schmausenbuck, in der Nähe von Mögeldorf, Zerzabelshof und des 1. F.C.N. sind in den letzten Jahren eine Reihe von Villen und Einfamilienhäuser sowie größere Siedlungen entstanden, in die sich diese Freilandsiedlungen mischen und das Landschaftsbild auf das miserabelste verschandeln. Die genannten Wohnhütten, die meistens von Arbeitslosen, Kinderreichen und neu nach Nürnberg Zugezogenen errichtet werden, bilden nicht nur für die in Frage kommenden Vororte, sondern bei weiterer Ausdehnung für die ganze Stadt eine große Gefahr, da dieselben sehr häufig auch als Unterschlupf für lichtscheue Personen und solche, die kriminell verfolgt werden, dienen.“ Deshalb forderten die drei Vereine die Stadtverwaltung auf, die Siedlungen zu entfernen.

Die Stadt gab zu, dass der Antrag begründet war, eine Räumung war aber unmöglich, da es Angesichts der Wohnungsnot keinen Ersatzwohnraum gab. Außerdem sah sie die wilden Siedlungen und ihre Bewohner in einem völlig anderen Licht, wie der Referent für Baupolizei Stadtrat Rollwagen am 17. März 1931 in einer Stellungnahme für den Verwaltungs- und Polizeisenat ausführte: „Das Entstehen der wilden Freilandsiedlungen ist nicht etwa auf Böswilligkeit und beabsichtigtes Zuwiderhandeln gegen polizeiliche Vorschriften zurückzuführen, es muss vielmehr aus der bestehenden Wohnungs- und Wirtschaftsnot erklärt werden. … Die Auffassung, als ob es sich bei den wilden Siedlern überwiegend um asoziale Elemente handle, wird durch die Eindrücke, die bei wiederholten Besichtigungen der Siedlungen und bei persönlichen Verhandlungen mit den Siedlungen gewonnen wurden, vollkommen widerlegt. Es kann im Gegenteil festgestellt werden, dass es sich nur zum geringsten Teil um asoziale Menschen, zum weitaus größeren Teil aber um sozial wertvolle Menschen handelt, die aus eigener Kraft, ohne sich auf öffentliche Hilfe zu verlassen, daran gegangen sind, ihr Leben, was Wohnung anbelangt, auch unter erschwerten Umständen selbst zu gestalten.“ Diese positive Einschätzung stand allerdings in krassem Gegensatz zum Lagebericht einer Fürsorgerin des Wohlfahrtsamtes, den diese gerade einen Tag zuvor geschrieben hatte. Danach gab es im Bereich Gleißhammerstraße/Zerzabelshof derzeit etwa 70 Bretterhütten in vier Kolonien und einige Einzelhütten; in der Nähe seien bereits weitere Grundstücke für Wohnzwecke verpachtet worden, in einem Fall sogar mit einem Reklameschild. Von den Siedlern hatte sie keine gute Meinung: „Einige – leider vereinzelte – dieser Familien haben sich noch einwandfrei anständig gehalten… Für die meisten der jetzt durchweg arbeitslosen Männer … ist durch das gemeinsame Stempeln gehen u.s.w. eine solche Zurückhaltung sehr schwer. Sichtlich gewinnen die übleren Elemente die Oberhand und wir können beobachten, wie eine junge Familie nach der anderen in üblen Verkehr, Schlägereien usw. hereingerät.“

Bei allem Verständnis konnte die Stadt die unhaltbaren Wohnverhältnisse nicht ignorieren; so lebten in einer Baracke in der Wiesengrundkolonie, die aus einer Küche und einem Raum mit drei Betten bestand, der Inhaber, seine Frau, ihre zwei Kinder und als Untermieter ein weiteres Ehepaar mit einem Kind. Auf einer Versammlung der Siedler am 20. Dezember 1931 im Beisein Rollwagens suchten diese daher den Vorwurf der hygienisch unhaltbaren Zustände zu widerlegen. In diesem Bemühen malte der Sprecher der Siedler ein geradezu idyllisches Bild vom Leben in den Behelfsbaracken. Nach einer düsteren Schilderung der Verhältnisse in den Hinterhöfen der Nürnberger Altstadt fuhr er fort: „Uns Freilandsiedlern scheint vom frühen Morgen bis zum späten Abend die Sonne in die Wohnung, sogar bis ins Bett. Wir geniesen (!) reine herrliche Luft, weder durch Auto, Grubenentleerungs-Maschinen etc. verpestet. Wir wandeln im Frühling, Sommer und Herbst in herrlichen Gärten, trotz unserer kärglichen Unterstützung gedeihen unsere Kinder vorzüglich und die Gesichter der Freiland-Siedler werden sich wohl unterscheiden von den verblassten Leichengesichtern der Bewohner der alten Schwindsuchts- und Bazillenlöcher der Altstadt.“ Dort gebe es auch mehr Kriminalität. Wenn dagegen ein Siedler einen Baum aus dem Wald geholt habe, sei das nur ein Bruchteil von dem, was „man“ ihm durch die Inflation gestohlen habe.

In den Vorstadtvereinen wuchs indessen der Unmut über die Untätigkeit der Stadt, und am 12. August 1931 reichten sie eine Beschwerde bei der Kreisregierung ein. Am 30. November wies diese den Stadtrat an, künftig keine neuen „wilden Siedlungen“ mehr zuzulassen und die bestehenden Haus für Haus zu überprüfen und unhaltbare Bauten zu entfernen. Angesichts dieser Bedrohung gründeten die Siedler am 20. Dezember 1931 einen „Schutzverband der Freilandsiedler“. Schon am 23. Dezember 1931 kam der Stadtrat ihnen entgegen und gab eine große Zahl von Privatgrundstücken, die laut Generalbebauungsplan ohnehin für eine Wohnbebauung vorgesehen waren, für die Errichtung von Primitivbauten als Kleinwohnungen frei unter der Voraussetzung, dass genau festgelegte Mindeststandards eingehalten wurden. Diese beruhten teilweise auf den kurz zuvor erlassenen „Richtlinien zur vorstädtischen Kleinsiedlung“ des Reichskommissars für die vorstädtische Kleinsiedlung – das Problem hatte deutschlandweit einen solchen Umfang angenommen, dass sich die Reichsregierung darum kümmern musste.

Trotz aller Verbesserungen für die Siedler – es gab jetzt Zuschüsse und den Anspruch auf spätere Umwandlung der Pacht in Eigentum – waren die Bedingungen doch hart: Die bisherige spontane Selbstverwaltung wurde durch öffentliche Maßnahmen ersetzt. Um die geforderten Standards für Hygiene, Qualität und Grundstücksgröße (zur Senkung der Fürsorgekosten durch eigenen Gemüseanbau) zu erfüllen, mussten zahlreiche Baracken beseitigt werden. Die Auswahl der Siedler stand jetzt dem Träger der Maßnahmen zu.

Die Forderung stieß auf heftigen Widerstand nicht nur der Siedler, sondern auch der Grundeigentümer, die um ihre Rendite bangten. So beschimpfte einer der Verpächter „im Verein mit anderen zweifelhaften Elementen“ die Baupolizeibeamten gröblichst und gab der Hoffnung Ausdruck, „dass bald sowjetrussische Verhältnisse in Deutschland Platz greifen mögen“ – es war allerdings keine schnöde Geldgier, weshalb er die Bestimmungen missachten wollte, sondern er selbst war arbeitsloser Invalide (beide Füße amputiert) mit elf Kindern, davon sechs arbeitslos, und auf jeden Pfennig angewiesen. „Es ist leichter, eine Herde Schafe zusammenzuhalten, als solche politisch verhetzte Menschen“ fasste eine Aktennotiz die Lage zusammen.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Organisation des Siedlungswesens gestrafft. An die Stelle der chaotisch auf zufällige Pachtgrundstücke verteilten Behelfsbaracken traten standardisierte Einfachholzhäuser, noch immer mit viel Eigenleistung errichtet, auf großflächig bereitgestellten und planmäßig durch Straßen erschlossenen Baugebieten. Die Zahl der Siedlerstellen zwischen Gleißhammerstraße und Bahnlinie stieg rasant: von 45 im Jahre 1933 über 75 bis 1936 auf 100 im Jahr 1938. Die Kehrseite: Neben die sozialen Kriterien der Auswahl der Siedler traten jetzt auch politische und „rassische“ Kriterien. Als die Hütte eines jüdischen Siedlers abgerissen wurde, der einen SA-Mann als Untermieter aufgenommen hatte, erhielt nur dieser einen Platz auf der Warteliste für eine Ersatzstelle. Die Siedler mussten sich anpassen, wenn sie denn eine Stelle bekommen oder behalten und nicht auf der Straße landen wollten. Ein Grundeigentümer – derselbe, der drei Jahre zuvor sowjetrussische Verhältnisse herbeigewünscht hatte – hing jetzt seine SA-Fahne auf. Der „Schutzbund“ beantragte die Benennung der neuen Straßen nach den „Helden der (nationalsozialistischen) Bewegung“, was die Stadt ablehnte. War ihr die Siedlung dafür nicht gut genug? Es blieb bei der Benennung nach Ortsnamen.

Als nach dem Krieg das Wirtschaftswunder einsetzte, bot sich den Siedlern die Möglichkeit, ihre Option zu nutzen, das Pachtgelände zu Eigentum zu kaufen und ihre Einfachbauten durch solide Eigenheime ersetzen. Aus den illegalen Elendshütten von einst war eine normale, schmucke Eigenheimsiedlung geworden.

Horst-Dieter Beyerstedt

Baubeginn der Kindertagesstätte bei Mögeldorf 2000

Baubeginn der Kindertagesstätte bei Mögeldorf 2000


Stahlbogenschützengesellschaft

Teil 2 - Fortsetzung aus der letzten Ausgabe (April 2022):

Stahlbogenschützengesellschaft

Statuten
der
Stahlbogen-Schützen-Gesellschaft
zu Mögeldorf
Gegründet im Jahre 1857
Nürnberg 1910

Im Jahre 1857 gründete sich eine Stahlbogen-Schützen-Gesellschaft, welche unterm 10. Januar dess. Js. von einem königl. Landgericht die Genehmigung erhielt. Da nun im Laufe der Zeit die damals entworfenen Statuten sich mangelhaft erwiesen haben, so wurde beschlossen, dieselben zu revidieren und drucken zu lassen.

Vorerinnerung
Im Jahre 1857 gründete sich eine Stahlbogen-Schützen-Gesellschaft, welche unterm 10. Januar dess. Js. von einem königl. Landgericht die Genehmigung erhielt. Da nun im Laufe der Zeit die damals entworfenen Statuten sich mangelhaft erwiesen haben, so wurde beschlossen, dieselben zu revidieren und drucken zu lassen.

I. Abschnitt
Zweck der Gesellschaft und ihr Schießplatz

§1
Der Zweck der Gesellschaft ist die Übung im Schiessen mit dem Stahlbogen, Schnepper genannt. Gesellige Unterhaltung und überhaupt Beförderung des Anstandes und der Sittlichkeit ihrer Mitglieder.

§2
Der Schießplatz befindet sich gegenwärtig auf einer vom königlichen Forstamt mit Genehmigung hohen Ministeriums gepachteten am Waladsaume gelegenen öden Fläche.

II. Abschnitt
Einkünfte und Verwendung derselben.

§3
Die Einkünfte der Gesellschaft sind: a) Aufnahme-Gebühren,
b) jährlicher Beitrag,
c) Abgaben bei den Schießen und
d) Strafen

§4
Verwendet werden dieselben:
a) zur Beischaffung und Ausbesserung der nötigen Requisiten,
b) zur Entrichtung der nötigen Abgaben,
c) zur Bezahlung des nötigen Personals,
d) zur Bestreitung der Unkosten bei festlichen Gelegenheiten.

III. Abschnitt
Bestand der Mitglieder und Beschluss über die Aufnahme

§5
Die Mitglieder bestehen aus Mitgliedern und Ehrenmitgliedern.

Jeder gebildete Mann, welcher das 18. Lebensjahr zurückgelegt hat, kann Mitglied der Gesellschaft werden, wofern er nicht wegen eines Vergehens oder Verbrechens einer strafrechtlichen Untersuchung unterworfen war, ohne von Schuld und Strafe freigesprochen worden zu sein, sowie derjenige auszuschliessen ist, welcher wegen auffallend unordentlichen Lebenswandels, grober Unsittlichkeit, oder häufiger Übertretung der Polizeigesetze auf das Prädikat eines gebildeten Mannes keinen Anspruch mehr machen kann.

§6
Wer in die Gesellschaft aufgenommen zu werden wünscht, hat sich persönlich oder durch ein Mitglied beim Schützenmeister zu melden, von welchem sein Name an die im Lokal hängende Tafel geschrieben, und bei der nächsten Versammlung welche immer am letzten Sonnabend jeden Monats stattfindet, von den anwesenden Mitgliedern über dessen Aufnahme ballotirt wird.

§7
Jedes Mitglied hat zu zahlen:
a) Aufnahmsgebühr 2 Mk 60 Pfg.
b) Jahres-Beitrag 3 Mk 20 Pfg.
c) 20 Pfg. Leichenbeitrag, wenn ein Mitglied mit Tot abgeht zur Bestreitung der Grabmusik, wenn es aber der Kassabestand erlaubt so kann der 20 Pfg. Leichenbeitrag zeitweise in Wegfall kommen.

§8
Von den benannten Jahresbeitrag ist der 1. Schützenmeister, Kassier und 1. Schriftführer befreit, sowie diejenigen Mitglieder, welche der Gesellschaft 25 Jahre ununterbrochen angehören und zu Ehrenmitgliedern ernannt sind.
Die 20 Pfg. Leichenbeitrag, welche zeitweise erhoben werden, muss jedes Vorstands- und Ehrenmitglied zahlen.

§9
Alle in dem Inventar aufgenommenen Gegenstände sind Eigentum der Mitglieder und Ehrenmitglieder.

§10
Ausgeschlossen aus der Gesellschaft wird:

1) wer die in § 7 bestimmten Verbindlichkeiten nicht erfüllt und
2) wer durch Streitigkeiten oder unsittliches Betragen, trotz wiederholt erhobener Mahnung durch den Schützenmeister oder die Vorstandsmitglieder Veranlassung zu Störungen gibt und die in § 5 vorgeschriebenen Eigenschaften verletzt. Zuständig über den Ausschluss ist eine Mitglieder oder General-Versammlung.

§11
Jedes ausgeschlossene oder selbst austretende Mitgl. kann an das Inventar oder bare Vermgöen keine Ansprüche machen und bei etwaiger Auflösung der Gesellschaft haben die noch zur Zeit eingeschriebenen Mitglieder und Ehrenmitglieder über dasselbe zu verfügen.

IV. Abschnitt
Vorstand der Gesellschaft, dessen Wahl und Pflichten.

§12
Der mittelbare Vorstand der Gesellschaft, welcher durch freie Wahl der Mitglieder bestimmt wird, besteht aus 1. Schützenmeister, einen 2. Schützenmeister, einen Kassier, einen 1. Schriftführer und einen 2. Schriftführer und einen aus 4 Mitgliedern bestehenden Ausschuss, welche bei Beratungen des Vorstandes gleiche Stimmen haben. Alljährlich treten die Vorstände nebst Ausschussmitgliedern nach abgelegter Jahresrechnung aus, sind aber wieder wählbar. Die Wahl geschieht durch Wahlzettel, welche die Mitglieder auszufüllen haben, wenn sie Schützenmeister Kassier, Schriftführer und Ausschussmitglieder wählen, denn mangelhafte Wahlzettel werden nicht angenommen, und hat Aussteller desselben seine Stimme vergeben, sowie auch der bei der Wahl nicht Erscheinende. Mitglieder, welche das 20. Lebensjahr nicht vollendet haben, können nicht als Vorstands oder Ausschussmitglied gewählt werden. Bei der Wahl selbst werden in Gegenwart der Mitglieder die sämmtlichen Wahlzettel In das Wahlverzeichnis eingetragen, worauf die Stimmenmehrheit entscheidet.

§13
Sollte ein erwähltes Mitglied die Wahl nicht annehmen wollen oder können, so wird sofort zu einer neuen Wahl für dessen Stelle geschritten; bei gleicher Stimmenzahl entscheidet das Loos. Wer einmal die Wahl angenommen hat, ist verbunden, ein Jahr die Stelle zu verwalten, wenn ihn nicht triftige Gründe daran hindern. Sollte ein Vorstands- oder Ausschussmitglied mit Tod abgehen, so tritt dasjenige Mitglied, welches bei der letzten Wahl die meisten Stimmen hatte, an dessen Stelle ein, bis zur nächste Wahl.

Stahlbogenschützengesellschaft

§14
Da neue Inventar und Vermögen Eigentum der Mitglieder und Ehrenmitglieder sind, so können blos hier ansässige in guten Ruf stehende Mitglieder zu Vorstandsmitglieder ernannt werden.

§15
Dem Schützenmeister liegt es ob, die Gesellschaft in vorkommenden Fällen zu vertreten, wenn er es nämlich verantworten kann, für die Fortdauer der nötigen Ordnung, die Befolgung der Gesetze und ein den Statuten entsprechendes pünktliches Verwenden des Einkommens der Gesellschaft Sorge zu tragen, etwa entstandene Streitigkeiten unter den Mitgliedern zu schlichten, die allgemeinen Versammlungen und Hauptschiessen ansagen zu lassen und zu leiten, überhaupt auf Alles bedacht zu sein, was zur Eintracht dienet, den Nutzen der Gesellschaft fördern und Nachteile abwenden kann.

§15b
Der 2. Schützenmeister tritt bei Abwesenheit des 1. Schützenmeisters in dessen Pflichten und Befugnis ein.

§16
Ohne eingeholte Zustimmung der Gesellschaft kann der Schützenmeister keine Ausgabe machen, die nicht in den Statuten begründet und den Wert von 10 Mark übersteigt.

§17
Der 1. Schriftführer hat bei den Fest-, Haupt- und gewöhnlichen Sonntagsschiessen die Schiessprotokolle und bei General-, Mitglieder- und Monatsversammlungen die Protokolle zu führen und von den Schützenmeister erlassene Bekanntmachung im Einverständnis mit denselben zu veröffentlichen und mitzuunterschreiben. Bei Abwesenheit des 1. Schriftführers hat der 2. Schriftführer dessen Stelle zu vertreten.

§18
Die Pflicht des Kassier ist, für das Eingehen der jährlichen Beiträge zu sorgen, die Kassa zu führen, über Einnahme und Ausgabe Rechnung abzulegen, bei der jährlichen Wahl der Versammlung Rechenschaft hievon zu geben und niemals eigenmächtig ohne Wissen und Willen des Vorstandes über die Kassa der Gesellschaft zu verfügen. Jede von dem Kassier zu zahlende Rechnung muss vom Schützenmeister bestätigt sein.

§19
Sollte ein Gesellschaftsmitglied gegen ein Vorstandsmitglied eine Beschwerde haben, so kann durch bescheidene Mitteilung Abhilfe unter den Vorstandsmitgliedern versucht werden, es ist deshalb einen Mitglied nicht gestattet auf den Schiessplatz in irgend einer Weise gegen ein Vorstandsmitglied vorzugehen.

V. Abschnitt

V. Schiess-Ordnung

§20
Das Schiessen beginnt in der Regel am 1. Sonntag nach Ostern und wird mit Ausnahme der Festtage an jedem Sonntage fortgesetzt und endet mit dem ersten Advent-Sonntage.

§21
Während der benannten Zeit finden 3 Haupt- oder Fest-Schiessen statt, welche 14 Tage zuvor von den Mitgliedern bestimmt werden und jedesmal nach beendigtem Schiessen Ball oder Tanzunterhaltung veranstaltet wird.

§22
Das Schiessen an den Sonntagen beginnt gewöhnlich um 3 Uhr Nachmittags und nach dieser Zeit ist es Niemand mehr gestattet, einen Probeschuss zu tun; beim Scheibenschiessen können jedoch nach abgeschossenen Nummern 1 oder 2 Schüsse erlaubt sein.

§23
Jeder Schütze hat sein Leggeld bei dem Zirkelscheibenschiessen vom Beginn des Schiessens zu entrichten, wovon 6 Pfennig für die Kassa abgezogen werden, bei den Kegelscheibenschiessen aber hat jeder Schütze das ihn Betreffende nach dem Schiessen zu entrichten und es werden bei 50 Kreis-Ansatz 24 und bei 100 Kreis-Ansatz 48 Kreise für die Kassa verrechnet. Unter 5 Schützen darf kein Schiessen stattfinden. Sollte ein Schütze erwiesen verhindert sein, das begonnene Schiessen selbst durchzuschiessen, so werden seine Schüsse der Reihe nach durchgeschossen.

§24
Die Pflicht eines jeden Schützen ist, sein Geschoss in gutem Zustand zu erhalten und bei aufspannen und zurüsten alle Vorsicht zu gebrauchen. Sollten wiederholte bescheidene Warnungen von einem Schützen nicht befolgt werden, so hat der Schützenmeister das Recht, denselben zu 1 Mark Strafe zu verurteilen oder das Schiessen demselben 3 Monat einzustellen.

§25
Trifft es sich, dass während des Schiessens am Geschosse etwas bricht oder die Sehne abreisst und losgeht, ohne dass der Schütze seinen Stand eingenommen hatte, so ist der Schuss ungiltig.

§26
Die Bolzen müssen mit dem Namen des Schützen bezeichnet sein, damit man weiss, wer den Schuss getan hat, auch müssen dieselben in der Scheibe stecken bleiben, bis sie von einem Ausschuss oder Schützenmitglied abgenommen werden. Bei zweifelhaften Schüssen haben die Vorstandsmitglieder zu entscheiden und erforderlichen Falls auch andere Mitglieder beizuziehen.

§27
Nach dem Hauptschiessen steht es der Gesellschaft frei, so lange zu schiessen, als es ihr beliebt und sogenannte Recreations-Schiessen zu halten. Wenn übrigens bei dem Schiessen kein Vorstandsmitglied mehr zugegen ist, so hat das älteste Mitglied zur Handhabung der Ordnung ausdrücklich aufzufordern und haftet dafür wie ein Vorstandsmitglied, sowie auch vor dessen Entfernung das Schiessen aufzuhören hat.

§28
Da auf dem benannten Schiessplatz alle nur möglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen sind, um jede Gefahr zu beseitigen und es sich ältere Schützen zur Pflicht gemacht haben, jüngere zu unterrichten, so ist, um die Gesellschaft zu erhalten, den Mitgliedern kein Schiessen mit dem Schnepper in Häusern oder öffentlichen Orten gestattet.

VI. Abschnitt

Ordnung beim Vogel- oder Sternschiessen

§29
Abwechslungsweise finden auch Stern- oder Vogelschiessen statt, wobei dieselbe Ordnung gehandhabt werden muss, wie beim Schiessen auf der Scheibe.

§30
Die Einlage und wie das Schiessen gehandhabt wird, ist von den beteiligten Mitgliedern zum Voraus zu bestimmen; nur für Haupt- und Königsschiessen liegen allgemeine Regeln vor, nach welchen eingelegt und geschossen werden muss. Beim Königsschiessen ist der Schützenkönig und Schützenmeister von der Lage für ein Loos befreit, wovon der Schützenkönig das erste und der Schützenmeister das zweite Loos zu schiessen hat und in dem Buch mit Nr. 0 bezeichnet werden. Bei den gewöhnlichen Vogelschiessen aber hat blos der Schützenkönig den ersten Schuss, wofür er die treffende Einlage zahlen muss.

§31
Nach dem Vogel oder Stern wird von einem und demselben Standpunkt aus geschossen und kein Schütze hat das Recht, einen anderen zu wählen. Sobald ein Schütze seinen Schuss getan hat und von dem Erfolge überzeugt ist, nimmt der nächstfolgende seinen Standpunkt ein, damit keine Störung im Schiessen eintritt. Ist der Schütze an der Reihe vom Stande gerade abwesend, so schiesst der nächstfolgende vorhandene seinen Schuss weiter.

§32
Der Vogel oder Stern wird bei jeden Schiessen von der Gesellschaft gestellt, deshalb werden bei jedem Schiessen von jeden beteiligten Schützen je nach der Einlage für die Kassa berechnet, daher gelten die Bestimmungen, welche auf den Schiessplatz ausgehängt sind.

§33
Trifft es sich, dass ein Stück vom Vogel losgeschossen ist und der Schütze hat seinen Stand verlassen, der nächstfolgende aber noch nicht zum Schiessen angelegt und das Stück fällt herunter, so fällt der Gewinn der Kassa zu.

§34
Diese Gesetze und Anordnungen, wovon jedes Mitglied ein Exemplar erhält, sollen bleibende Kraft haben und dürfen weder im Ganzen noch Einzeln aufgehoben werden, ober abgeändert insofern nicht Zeit und Umstände ein oder die andere Veränderung erheischen, welche inzwischen nur in Folge einer Generalversammlung der Mitglieder stattfinden und durch Stimmenmehrheit entschieden werden. Zu jeder ordentlichen oder ausserordentlichen Generalversammlung muss jeder Antrag 8 Tage zuvor bei den 1. Schützenmeister eingereicht werden. Alle Jahre im Monat März findet eine ausserordentliche Generalversammlung statt und werden in dieser die Haupt- und Festschiessen und das ganze Schiessen für das laufende Jahr durchberaten und beschlossen.

Stahlbogenschützengesellschaft

Die Verwaltung der Stahlbogen-Schützen-Gesellschaft Mögeldorf.1)
 – Fundstelle, Stadtarchiv Nürnberg, C7/X Nr. 5 Pos. 1366; C7/X Nr. 7, Pos. 984;E 6 Ver. 1078
 – Mitteilungsblatt des Bürger- und Geschichtsvereins Mögeldorf, Dezember 2011
 – Bild Buch Seite 122 (1895/1897)
1) Grammatik und Rechtschreibung entsprechend der Originalsatzung.


Neues aus der Freiwilligen Feuerwehr Laufamholz

Neues aus der Freiwilligen Feuerwehr Laufamholz

Die Freiwillige Feuerwehr Nürnberg-Laufamholz ist seit fast 150 Jahren ehrenamtlich für die Bürgerinnen und Bürger im Nürnberger Osten im Einsatz. Das Einsatzgebiet umfasst neben Laufamholz und Rehhof auch weite Teile von Mögeldorf. Viele unserer Aktiven wohnen selbst in Mögeldorf. Deshalb ist es uns ein Anliegen, Sie mit aktuellen Informationen aus der Freiwilligen Feuerwehr Laufamholz künftig in „Unser Mögeldorf“ zu versorgen.

Geplantes Floriansfest am 15. Mai

Nach langer Pause soll es bald wieder so weit sein: das Floriansfest der Freiwilligen Feuerwehr Laufamholz ist für Sonntag, 15. Mai am Gemeindehaus St. Otto geplant! Die endgültige Entscheidung, ob das Floriansfest stattfinden kann, wird erst nach Redaktionsschluss kurzfristig getroffen. Deshalb bitten wir Sie, auf aktuelle Ankündigungen zu achten. Besuchen Sie dazu www.ff-laufamholz.com ì

Neben dem leiblichen Wohl mit Früh-schoppen, Leckereien vom Grill, Kaffee und Kuchen ist ein abwechslungsreiches Programm für alle kleinen und großen Fans der Feuerwehr geplant. Kinder dürfen sich selbst an einigen Stationen als künftige Feuerwehrleute ausprobieren. Und natürlich stehen wir Rede und Antwort zu den Aufgaben und Ausrüstungen der Freiwilligen Feuerwehr in Laufamholz für alle Interessierten.

Was uns besonders am Herzen liegt: wenn Sie Interesse haben, uns aktiv im Feuerwehrdienst zu unterstützen, ist das Floriansfest eine hervorragende Gelegenheit uns kennen zu lernen.

Übungsbetrieb

Endlich sinken die Inzidenzen und wir dürfen ab sofort wieder unseren Übungsbetrieb aufnehmen. Wir freuen uns darauf, unser Wissen und Können auf neuesten Stand zu bringen. Vor allem die routinierte Hand-habung unserer Ausrüstung garantiert, dass wir auch in fordernden Situationen schnelle Hilfe leisten können. Unser Einsatzspektrum ist breit, von Unwettereinsätzen, über Brände bis zu Verkehrsunfällen. Auch unsere Jugendgruppe darf nun wieder loslegen, damit wir top ausgebildeten Nachwuchs in unseren Reihen begrüßen dürfen.

Frühlingszeit – Grillzeit

Bestimmt freuen Sie sich mit uns auf den Frühling. Für viele wird es nun Zeit, den Grill wieder in Betrieb zu nehmen. Bitte achten Sie beim Grillen immer auf den Brandschutz – besonders wenn Sie in der Nähe von brennbarem Material grillen. Auch Elektro- und Gasgrills entwickeln eine enorme Strahlungswärme und können Gegenstände in Brand setzen. Und wenn Sie auf Holzkohle setzen: bitte achten Sie auf sichere Anzündhilfen. Bitte niemals flüssigen Grillanzünder auf bereits glühende Holzkohle spritzen. Sicherheit beim Grillen – wir wünschen guten Appetit!


Unsere Aufgabe

Das Mitteilungsblatt in digitaler Form an die Leser weiter zu vermitteln.

Aufbereitung

Die technologischen Entwicklungen verändern zunehmend unser Alltagsleben. Dies wird verstärkt durch die Möglichkeit der mobilen Nutzung des Internets.

Umsetzen

Viele Menschen nutzen soziale Netzwerke und geben dabei so viele personenbezogene Informationen preis wie nie zuvor.

Vermitteln

Leben in der digitalen Welt durch Weiterbildung

Mitglieder Info


Wir gedenken unserer Verstorbenen:

Frau Maria Forster
Frau Dietlinde Kunad
Frau Gabriele Krammel
Herr Dr. Erich Müller
Frau Irmgard Müller
Herr Gerhard Reß, Stadtrat a.D

Wir danken unseren Spendern herzlich:

Herrn Fritz Neuser

Wir begrüßen unsere neuen Mitglieder:

Sonja und Claus Fiederer
Frau Christina Herzog
Victoria, Andreas und Sophia Meißel

Wir sind im Internet erreichbar: www.moegeldorf.de

Unsere E-Mail-Adresse: buergerverein@moegeldorf.de
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