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Jahreshauptversammlung am 9. Mai 2019


 
Vortrag von Herrn Dr. Fraas (Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg)

 

Der erste Vorsitzende des Bürger- und Geschichtsvereins, Herr Köhler, begrüßt Herrn Dr. Fraas als Gastredner und dankt dem Wirtschaftsreferenten, dass er sich trotz vollen Terminkalenders Zeit nimmt, um die anwesenden Mögeldorferinnen und Mögeldorfer über die wirtschaftliche Lage der Stadt Nürnberg zu informieren.

 

Herr Dr. Fraas beginnt seinen Vortrag mit der Darstellung seiner vielfältigen Aufgabengebiete. So ist er für folgende Bereiche zuständig:

 

  1. Wirtschaftliche Entwicklung der Stadt

  2. Stitädtische Immobilien und Liegenschaften

  3. Marktamt (darunter fallen alle Wochenmärkte, aber auch u.a. der Christkindlesmarkt)

  4. Wohnungsbauförderung

  5. Europabüro

 

Nürnberg hat in den letzten 30 bzw. 40 Jahren eine wirtschaftliche Entwicklung erlebt, die sich vom Produktionsstandort, an dem einige wenige Großunternehmen dominant waren, hin zu einem High-Tech-Industriestandort verändert hat. Bei großen Firmen, wie z. B. in Wolfsburg, besteht immer der Grundsatz: Geht es den großen Firmen gut, dann geht es auch der Stadt gut (siehe u. a. Arbeitsmarkt) – geht es den Firmen schlecht oder sie wandern gar in billigere Standorte ab, dann leidet auch die gesamte Infrastruktur der betroffenen Stadt.

 

In Nürnberg – so stellt der Referent mit einer gewissen Freude fest – haben sich viele mittelständische Unternehmen, darunter auch viele Familienunternehmen, etabliert, die für eine gute Arbeitsmarktsituation in der Stadt sorgen. Hier begrüßt er den anwesenden in Mögeldorf ansässigen Autohändler, Herrn Fröhlich.

 

Die Arbeitslosenquote liegt in Nürnberg ca. bei 5,3 Prozent, sie war früher auch schon einmal bei neun bis zehn Prozent gelegen. Im Ranking sieht Herr Dr. Fraas Nürnbergs Position im Vergleich mit den 20 größten Städten Deutschlands wie folgt:

 

 Nach München, Stuttgart und Frankfurt hat Nürnberg die niedrigste Arbeitslosenquote. (Hamburg, Berlin, Düsseldorf haben weitaus mehr Arbeitslose).

 Im Bereich des Anteils der Beschäftigten im IT-Bereich, also im Datenverarbeitungsgewerbe liegen München und Nürnberg gleichauf.

 Früher war das Verhältnis der Arbeitnehmer im Produktions- im Vergleich zum Dienstleistungssektor drei zu eins, heute sind ein Viertel der Erwerbstätigen im Industrie-, drei Viertel im Dienstleistungssektor tätig.

 

Bemerkenswert findet der Referent, dass Nürnberg, was den Bereich der sogenannten „Wissensintensiven Forschung“ angeht mit an der Spitze in Deutschland steht. D. h. in Nürnberg arbeiten viele Menschen mit einer hohen Qualifikation und das gilt nicht nur im Bereich der Akademiker, sondern auch für gut ausgebildete Facharbeiter.

 

Auf der anderen Seite bedeutet dies natürlich, dass es Menschen mit einer geringen Qualifikation schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Es gibt eben immer weniger Anlern-Tätigkeiten. So bekommt der Begriff des Lernens bei jungen Menschen und der des „lebenslangen Lernens“ eine immense Bedeutung.

 

Zum Schluss seines Vortrages verweist Herr Dr. Fraas auf verschiedene Themen, die für ihn in nächster Zeit von Wichtigkeit sind.

 

  1. Digitale Transformation – Schlagwort „Digitalisierung“.  Für ihn ist es wichtig, die Wirtschaft, also im Wesentlichen die mittelständischen Unternehmen für die Zukunft fit zu machen. Hier spielt die Kooperation mit dem kulturellen und schulischen Bereich eine große Rolle.

  2. Der Einzelhandel muss gestärkt werden. Kunden müssen mehr motiviert werden, statt im Internet in der Innenstadt einzukaufen. Nürnberg hat nach wie vor ein Einzugsgebiet für ganz Nordbayern.

  3. Das Problem der Gewerbeflächen-Schaffung im Stadtgebiet ist ebenso wichtig. Bei einer momentanen Einwohnerzahl von ca. 530.000 Bürgerinnen und Bürgern geht es um Arbeitsplätze, aber auch um die Schaffung von Wohnungen, Grünanlagen.

 

In diesem Zusammenhang betont der Wirtschaftsreferent die Bedeutung des Unistandortes Nürnberg. Der Freistaat Bayern hat entschieden, dass in Nürnberg eine technische Universität angesiedelt wird. Es handelt sich um das Gebiet im Süden der Stadt (Brunnecker Straße), auf dem sowohl Unigebäude als auch eine Infrastruktur (u. a. Studentenwohnungen) entstehen sollen. In bereits fünf Jahren soll dort der Studienbetrieb aufgenommen werden.

 

Einen großen Vorteil für die Stadt, insbesondere aber für Jungunternehmer sieht Herr Dr. Fraas im sog. „Gründerzentrum“, das sich auf dem Areal des ehemaligen Kohlenhofes, des Zollhofes in der Nähe des Plärrers etabliert hat. Hier können Startups mit etablierten Firmen zusammenarbeiten, experimentieren und so ein Unternehmen aufbauen. Großfirmen wie Siemens, Schaeffler, HUK-Coburg sind hier u. a. aktiv.

 

Herr Dr. Fraas beendet seinen Vortrag mit der Bitte, die von ihm dargestellten wirtschaftlichen Erfolge auch nach außen zu tragen. Oft sei zu hören, dass ja in der  Vergangenheit in Nürnberg so große Unternehmen wie Grundig oder AEG zugrunde gegangen seien. Man sollte aber nicht vergessen, dass dies durch viele kleine mittelständische Unternehmen kompensiert wurde, und dass man auch darauf stolz sein könne.

 

Nach Abschluss des Vortrages erfolgt eine Diskussionsrunde, in der es u. a. um die Nutzung des Quelleareals, die Parkplatzsituation – auch hervorgerufen durch den Neubau der Gewerbe- und Wohnanlage „Seetor“ –, den Ausbau der Ostendstraße, die Durchführung des Trempelmarktes sowie die Gestaltung des Hauptmarktes.

 

Das Quelleareal hat bereits einen Investor, der in Kürze eine Neugestaltung durchführen wird (Wohnungen, Büros und Geschäfte). Auf die Frage des Vorsitzenden des Bürgervereins, warum man in Nürnberg nicht mehr in die Höhe bauen würde, verweist der Referent auf die Schwierigkeiten, überhaupt Bauherren zu finden, die gewillt seien, die immensen Kosten, die durch ein Hochhaus entstehen, zu tragen. Die verschärfte Parkplatzsituation, die die Anlieger des Businesstower schon kennen, sollte – so der Vorschlag des Bürgervereinsvorsitzenden – durch ein aufgeständertes Parkhaus entschärft werden. Bezüglich des Trempelsmarktes wird von einem Anwesenden beklagt, dass die ursprüngliche Idee des Flohmarktes leider zu Gunsten von gewerbemäßigen Händlern aufgegeben worden sei. Der Referent meint dazu, dass die Stadt – wie vielleicht vermutet – keine großen Einnahmen mit solch einer Art Markt mache. Er weiß aber, dass sogar viele Touristen extra wegen des zweimal im Jahr statt findenden Marktes kommen. Hier sind die Interessenslagen bei vielen Veranstaltungen unterschiedlich, dies müsse aber toleriert werden. Über die Gestaltung des Hauptmarktes, den man eben nicht mit dem Münchener Viktualienmarkt (der feste Häuser mit Kellerausbau habe) vergleichen könne, wird intensiver diskutiert. Herr Dr. Fraas weist darauf hin, dass er im Gespräch mit den Standbetreibern sei. Es seien für die Zukunft einheitliche Stände geplant, aber auch Sitzgelegenheiten.

 

Herr Köhler bedankt sich bei dem Referenten und äußert am Ende noch den Wunsch, dass die Stadt Nürnberg sich für die Mögeldorfer Kirchweih stark machen sollte, wie z. B. in den Ortsteilen, in denen die Verwaltungsämter Nord, Ost und Süd zuständig seien. Ohne Unterstützung bestehe die Sorge, daß in Zukunft in Mögeldorf der Erhalt der Kirchweih immer schwerer werde.

 

Nach diesem Vortrag beginnt die Jahreshauptversammlung des Bürger- und Geschichtsvereins Mögeldorf e. V.

 

Nach dem Rechenschaftsbericht des ersten Vorsitzenden und dem Schatzmeister sowie dem Bericht der Kassenprüfung wird der Vorstand von den Anwesenden einstimmig entlastet.

 

Es folgen – wie alle zwei Jahre üblich – Neuwahlen.

 

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen

 

Erster Vorsitzender  Herr Wolfgang Köhler

Zweiter Vorsitzender Herr Mathias Monse

Schatzmeister Herr Kurt Körner

Schriftführer Herr Johannes Bürgin

Kassenprüfung:     Frau Grit Monse

und Herr Horst Möller

 

Beisitzer: Herr Jörn Amfaldern, Frau Iris Hannwacker, Herr Wolfgang Hannwacker, Herr Dr. Jungnickl,  Herr Michael Schuster, Frau Irmgard Weigert, Herr Stefan Wölfel

Beiräte: Frau Sylvia Kohlbacher, Herr Tobias Ubrig, Herr Werner vom Busch.    

    

Dr. Ute Köhler | Letzte Änderung: 10.08.2019