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Baltharsar Michael Schmidt, New Ulm, Texas

Die Mögelorfer Baderfamilei Emmert

Heftausgabe Oktober 2019

  

Herr Balthasar Schmidt hat in den USA von unserem POP-UP-Projekt Kenntnis erlangt und hat sich seiner Mögeldorfer Wurzeln erinnert. Wir danken Herrn Schmidt herzlich für seinen Beitrag.

  

Aber lassen wir Herrn Schmidt selbst zu Wort kommen: 

  

„Lieber Bürgerverein,

 

irgendwie über meinen Jahren hier in den USA haben mich meine Mögeldorfer Schulfreunde nicht vergessen. So ist es, dass ich bei Post heute früh den NN Stadtanzeiger erhielt, wo ich lesen konnte, dass Euer Bürgerverein „Schmuckstücke“ sucht, die genug Wert haben könnten für Eure 2020 Mögeldorfer Ausstellung. Für mich selbst habe ich ein paar solche Schmuckstücke mit subjektivem Wert, die meine Mutter sowohl auch ich gesichert an meinem Dachboden „schlummern“ ließen. Einige davon habe ich schon identifiziert für meine Tochter, die wahrscheinlich in den kommenden Jahren überhaupt kein Interesse daran haben wird. Jedoch … ist Hoffnung nicht zu schlagen, so habe ich unsere Familiengeschichte behalten. Von dieser Geschichte habe ich ein paar Bilder, welche Euch vielleicht Interesse bringt.“

 

„Meine Großeltern hatten ein Friseurgeschäft an der Mögeldorfer Hauptstraße 38. Sie hatten mehrere Kinder, wo der erstgeborene  Sohn Jean in Wöhrd aufwuchs und getötet wurde im Mai 1945 von einem von den Allierten freigelassenen russischen Kriegsgefangenen. Jean Emmert verblutete an der westlichen Ecke des Doktorshofs an der Mögeldorfer Hauptstraße. Jean Emmerts Name ist rechts mit anderen Gefallenen am Kircheneingang unter dem Soldatenhelm. Der zweite Sohn Michael wurde „Bader“ wie sein Vater Balthasar Emmert und ist gefallen in Rußland im Oktober 1943. Er liegt in Rußland [heute: Weißrußland] in Witebsk begraben. Die Tochter Anna Dorothea, [meine Mutter],  wanderte 1961 in die USA aus und zweite Tochter Karoline, [geboren Oktober 1929, meine Tante Lina],  starb 1954 im Blütenalter von 24 Jahren an Lungenentzündung.“

"Dies ist eine Karte, welche meine Großmutter Marie Emmert schickte zu ihrer Mutter Marie Schremmel an die Gustavstraße in Wörd. Es ist geschrieben in altem Deutsch wie folgend: Ich bin am Freitag nicht gekommen wie Du bereits gesehen hast, so brauchst Du nicht böse sein auf mich. Es grüßt Dich Deine Tochter Marie"

 

 Mögeldorf 1910: Innere Hauptstraße

 

 
Mögeldorfer Hauptstraße 28 im Jahr 1925: Reihe vor dem Haus von links nach rechts: Großvater Balthasar Emmert, die fünfjährige Dorothea Emmert [Mutter], Michael Emmert [Onkel]; im Fenster unten Großmutter Marie Emmert, Oben im Fenster Familie Gabel.

 

 
 Michael Emmert: 1939 vor Kriegsausbruch

 

 
 Mögeldorfer Hauptstraße 38 im Jahr 1959 abgerissen im Jahr 1960

 
 Turnerbund Mögeldorf vor 1939. Vierter von links Michael Emmert

 
 Thusneldaschule, Lehrer Herr Sturm, Lina (Karoline) Emmert, 4 Reihe neben Lehrer Sturm. Wenn man die Kinder auf 12 Jahre einschätzt, muss es sich um das Jahr 1942 handeln.

 

 Konfirmation von Lina Emmert in Mögeldorf Weißer Sonntag 1944 mit Pfarrer Bammessel.

 Pfarrer Bammesel

 

 | Letzte Änderung 10.10.2019