König Konrad II (990 - 1039) - Ein deutscher Caesar

Dokumentierte erstmals das Dasein Mögeldorfs

Was wissen wir von ihm und seinem Leben ?

GEBOREN um 990  ·  DEUTSCHER KÖNIG  1024-1039

RÖMISCHER  KAISER  SEIT  26.3.1027

KÖNIG VON ITALIEN  1026-1039  ·  KÖNIG  VON  BURGUND  1033-1039

GESTORBEN am 4.6.1039 IN UTRECHT

BEGRABEN  IM  DOM  ZU  SPEYER

 

 

Kaiser Konrad II. auf einem Gemälde. Der bärtige Mann trägt ein weißes Gewand und einen langen roten Umhang. Dieses Gemälde von Lorenz Clasen (1812-1899) hängt im Frankfurter Kaisersaal. (Rechte: AKG)Konrad war der Sohn des fränkischen Grafen Heinrich von Speyer und der Adelheid von Metz, Tochter von Graf Richard, Ur-Ur-Enkel des König Otto I.

 

Er hatte seinen Vater früh verloren, und die Mutter hatte ihn, als sie ihre zweite Ehe einging, in die Obhut des Wormser Bischofs Burchard gegeben, in dessen Umgebung er aufwuchs. Im Kindesalter gingen alle seine Erbschaftsansprüche durch unrechtmäßige Aneignungen seiner Verwandten verloren. Konrad war macht-und mittellos, konnte weder Lesen noch Schreiben und hat diese Künste auch zeitlebens nicht erlernt. Nach der Ehe mit der klugen, schönen und ehrgeizigen Gisela von Schwaben, einer der reichsten und vornehmsten Damen des Reiches, galt er als der kommende Mann.

 

Nach dem Verzicht Konrads des Jüngeren wurde er am 4.9.1024 zum deutschen König gewählt; der Dynastiewechsel – vom sächsischen zum salischen Geschlecht – vollzog sich ohne wesentliche Erschwernisse durch die Feudalgewalten. Konrad II. distanzierte sich sofort von den Kirchenreformplänen seines Vorgängers. Er besaß den Sinn für Realpolitik in besonders hohem Maße und richtete sein Augenmerk auf die nächsten erreichbaren Ziele.

 

Er gab die deutsche Kirche wieder ganz ihren staatlichen Aufgaben zurück und suchte sich ganz von der Kirche unabhängig zu machen, indem er das fränkische Hausgut planmäßig vermehrte, auch veranlasst er reiche Belehnungen seiner weltlichen Anhänger durch die Kirche. Mit seiner Wahl hatte man den Griff getan, den die wählende Fürstenheit gar nicht geplant hatte. Nach der Krönung am 8.9.1024 in Mainz gelang es dem König überraschend schnell, seine Anerkennung im Land durchzusetzen. 1025 trat Konrad die Mark Schleswig an Knut II. von Dänemark ab, mit dem er ein Bündnis schloss. 1026 designierte er seinen Sohn Heinrich zum Nachfolger, dem er 1027 das Herzogtum Bayern übertrug. Auf seinem ersten Italienzug (1026/27) warf Konrad eine gegen die deutsche Herrschaft gerichtete Erhebung nieder, ließ sich 1026 in Mailand zum italienischen König krönen und erhielt vom Papst Johannes XIX. am 26.3.1027 die Kaiserkrone. Es folgte die Unterwerfung der langobardischen Fürsten. In der Auseinandersetzung um die burgundische Herrschaft unterwarf er seinen Stiefsohn Ernst II. von Schwaben, der 1030 geächtet und umgebracht wurde. 1031 und 1033 ging es gegen Mieszko II. von Polen, den er vernichtend schlug.

 

Dieser unterwarf sich, verzichtete auf den Königstitel und erkannte die deutsche Oberherrschaft an. Es folgten Kriegszüge gegen die Liutizen, die sich unterwarfen und Tribute zahlten. Im gleichen Jahr gliederte Konrad II Burgund auf der Grundlage eines von Heinrich II. 1006 abgeschlossenen Erbvertrags dem Imperium ein, das sich nun in seiner endgültigen Gestalt aus den Königreichen Deutschland, Italien und Burgund zusammensetzte. Mit dieser Eingliederung sicherte Konrad die wichtigsten Alpenpässe für einen freien Zugang nach Italien. Zweifellos vermehrte er die Macht des Reiches und schaffte mit harter Hand Frieden und Ordnung. Dabei ging es ihm besonders um den Ausbau seiner eigenen Hausmacht, die er auf Kosten von Reichs-,Kirchen- und Privatbesitz häufig rücksichtslos vergrößerte. Mit der Kirche verfuhr er wenig sanft, Ämter besetzte er nach rein politischen oder privaten Gesichtspunkten. Die Eignung der Kandidaten spielte dabei keine Rolle, wohl aber deren Geld, denn der Kaiser war sich nicht zu schade, Kirchenämter auch regelrecht zu verkaufen. 1035 setzte er den Herzog von Kärnten wegen Hochverrats ab. An seine Stelle trat 1036 Konrad der Jüngere, ein Vetter des Kaisers.

 

Auf seinem 2. Italienzug (1037/38) griff er in Unteritalien in Kämpfe der Untervasallen gegen die großen Feudalherren ein. Wie in Deutschland förderte er die unteren Vasallen auch in Italien, denen er die Erblichkeit der Lehen und das Recht der Appelation an den König zugestand. Nur der Erzbischof von Mailand konnte sich in seiner Stadt noch behaupten.

 

Mit Härte, Glück und Rücksichtslosigkeit, gepaart mit egozentrischem Durchsetzungstrieb, gelang es Konrad II. während seiner 15-jährigen Regierungszeit Ruhe, Ordnung und Frieden in das Reich zu bringen. Im Gedenken an seine eigene, für einen Kaiser bescheidenen Herkunft bewahrte sich Konrad II. auch nach seinem  persönlichen Aufstieg den Sinn und das Verständnis für die Nöte des Volkes. Zu diesen charakterlichen Eigenschaften traten sein Mut und seine Tapferkeit, die er in seinen Kämpfen bewiesen hat. Solche Züge waren es, die ihm seine große Popularität verschafften, so dass seine Zeitgenossen sich nicht scheuten, ihn mit Karl dem Großen zu vergleichen.

 

Konrad kann zu den größten deutschen Herrschergestalten des Mittelalters gerechnet werden. Er starb mit fast 50 Jahren in Utrecht und wurde am 3. Juli 1039 in der bereits fertiggestellten großartigen Krypta des damals erst begonnenen Speyrer Doms beigesetzt.

 

(Auszüge aus Detlev Schwennicke  „Europäische Stammtafeln“)

Letzte Änderung: 20.07.2014 Seitenanfang