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650 Jahre goldenen Bulle


Von November 1355 bis zum Januar 1356 fand in Nürnberg ein Reichstag statt. Historisch kann man davon ausgehen, dass die Beratungen im „Haus zum goldenen Schild“ in der Schildgasse 23 stattfanden.

Gegenstand der Beratungen waren:

  • Durch ein klares Wahlverfahren mit Majoritätsprinzip zur künftigen Vermeidung streitiger Wahlen sollte die Stellung des Königs gestärkt werden.

  • Im Gegenzug erfolgte jedoch auch eine Festigung der Kurfürstentümer durch ihre Unteilbarkeit, die Schaffung von Landeshoheit sowie ergänzende Privilegien. Die Kurfürsten wurden durch ein jährlich tagendes Kurfürstenkollegium in die Reichsregierung integriert.

  • Mit der Festigung der Königs- und Kur-/ Fürstenherrschaft begann eine Zurückdrängung der Städte durch Verbot von Städtebünden, einem Verbot sonstiger Verschwörung gegen die Obrigkeit und eine Einschränkung des Fehdewesens des Niederadels.

  • Der Einfluß Dritter – z.B. des Papstes - auf die Königswahl wurde ausgeschaltet. Der Vorgänger Karls des IV, der bayer. Kaiser Ludwig, hatte zeitlebens mit der Exkommunikation durch den Papst zu leiden.

Die ersten 23 Kapitel wurden am 10. Januar 1356 in Nürnberg verkündet. Die Kapitel 24 bis 31, in der Nürnberg als Stadt des ersten Reichstags eines neugewählten Kaisers festgelegt wurde, wurde auf dem Reichstag zu Metz am 25. Dezember 1356 verkündet (Wahlort: Frankfurt am Main, Krönungsstadt: Aachen).

Eine – aus Kostengründen nicht vergoldete gesiegelte – Abschrift ist in Nürnberg vorhanden. Die Bestimmung der goldenen Bulle wurde nur einmal eingehalten, nämlich von Albrecht II. im Juli 1438.
 

 

letzte Änderung: 30.04.06

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