Karl Friedrich von Zocha – Herkunft Leben und Werk von Alexander Biernoth

Die Familie von Zocha stammte ursprünglich aus Hessen und war seit 1626 mit dem Gut Wald bei Gunzenhausen belehnt. Am 19. März 1683 wurde Karl Friedrich von Zocha als zweiter Sohn des markgräflichen Geheimrates Georg Albrecht von Zocha und seiner zweiten Ehefrau Johanna Sabina, geborene von Buttlar, in Gunzenhausen geboren. Nach der Schulausbildung, die er wahrscheinlich in Heilsbronn und in Ansbach absolvierte, studierte er Rechtswissenschaften in Gießen, Halle, Leyden und in Großbritannien. Darüber hinaus erweiterte er sein Wissen in Paris durch die Beschäftigung mit Mathematik und Architektur. Während seines Studienaufenthaltes in Paris war Karl Friedrich von Zocha auch Schüler der Hofbaumeister des Sonnenkönigs Ludwig XIV., Robert de Cotte und Jules Hardouin-Mansart.

 

Nachdem er als kaiserlicher Offizier und Festungsbaumeister in Brabant und im Rheinland tätig gewesen war, trat er als 29jähriger in den Dienst des markgräflichen Hofes in Ansbach. 1714 wurde Karl Friedrich von Zocha zum Kammerjunker und Hofrat ernannt und zwei Jahre später übernahm er auch das Amt des Oberamtmannes von Schwabach. Sein älterer Bruder, Johann Wilhelm von Zocha, war zu diesem Zeitpunkt bereits dabei, den genialen Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli zu verdrängen, um selbst ab 1716 die Leitung des Hofbaudirektoriums zu übernehmen. Johann Wilhelm von Zocha bekleidete darüber hinaus das Amt des Oberamtmannes von Wassertrüdingen und ab 1718 auch das des Obervogtes von Ansbach. Am 2. Weihnachtsfeiertag 1718 verstarb er jedoch überraschend während einer Reise in Lyon in Frankreich.

 

Damit war die Bahn für den jüngeren Bruder frei. Gleich zu Beginn des Jahres 1719 wurde dann Karl Friedrich von Zocha als dessen Nachfolger zum markgräflichen Hofbaumeister ernannt. Er hatte nämlich noch zu Lebzeiten  seines Bruders 1718 der Markgräfin Christine Charlotte und der Öffentlichkeit ein allgemein anerkanntes „Meisterstück“ seines Könnens vorgelegt: es handelte sich um das Haus des Hofmusikers Chiavennetto gegenüber dem Schloß, das heute Teil des Verwaltungsgerichtes ist. Im Jahr seiner Ernennung zum Baudirektor heiratete Karl Friedrich von Zocha Anna Sibylla von Crailsheim.

 

Neben seiner Aufgabe als Oberbaudirektor war der jüngere Zocha seit 1718 auch Hofmeister der Markgräfin. Hauptaufgabe seines 13jährigen Wirkens als Hofbaumeister war der Um- und teilweise Neubau des Schlosses. Daneben hat er aber eine Reihe von weiteren Bauten in Ansbach und dem gesamten Fürstentum unter seiner Leitung erstellt.

 

Karl Friedrich von Zocha hat einen galanten und für seine Verhältnisse zu üppigen Lebensstil gepflegt. Trotz der Bezüge aus seinen zahlreichen Ämtern konnte er die Baukosten für sein eigenes Stadtschloß am heutigen Bahnhofsplatz, an der Ecke der Bischof-Meiser-Straße zur Bahnhofstraße, an dessen Stelle heute das Platen-Gymnasium steht, nicht aufbringen. Er versuchte die nötigen Mittel durch Unternehmertätigkeit aufzubringen und gründete eine Ledermanufaktur. Dieses gewerbliche Engagement Zochas glückte aber nicht und nach wenigen Jahren hatte er nach der Pleite der Manufaktur mehr Schulden als zuvor. Noch zu Lebzeiten mußte sein Schlößchen versteigert werden. Für 18.673 Gulden erwarb es die Ansbacher Stadtgemeinde. Mit dem Zocha-Schlößchen wurde auch das „Glashaus“ verkauft, eine kleine Orangerie, die sich Zocha im Anschluss an sein Schlößchen etwa dort, wo heute das Anwesen Kempf (Bahnhofstraße 7–9) steht, hatte bauen lassen. Neben seinen Besitzungen in der Stadt Ansbach war Zocha auch noch der Lehnsherr in Wald und Laufenbürg. 1727 hatte ihm Markgräfin Christiane Charlotte auch noch das gut dotierte Oberamt Crailsheim übertragen.        

  

Als er sich von der Leitung des Baudirektoriums zurückzog wurde er 1731 zum Geheimen Rat und zum markgräflichen Minister ernannt und widmete sich vornehmlich juristischen Fragestellungen.

Ein anderes Hobby Karl Friedrich von Zochas war das Sammeln von Büchern. Seine Privatbibliothek, die „Bibliotheca Zochiana“, umfaßte zuletzt 14.818 Bände, nur etwas weniger als die markgräfliche Bibliothek selbst. Im Alter vereinsamte Zocha immer mehr und trotz seiner Stellung als markgräflicher Minister, minderten seine schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse sein Ansehen. 1743 ließ er dann noch seine Planungen für die Stadtentwicklung im Druck erscheinen, um zum Ausdruck zu bringen, welche Leistungen er noch vollbracht hätte, wenn er mit seiner Gönnerin, der Markgräfin Christiane Charlotte, noch länger hätte zusammenarbeiten können. Sein Biograph, der Ansbacher Kanzleirat Theodor Heinrich Tietzmann, schilderte Karl Friedrich von Zocha als einen rastlos tätigen Menschen, der in Gesprächen immer kurz angebunden war. Trotzdem zeigte er sich aber stets freundlich zu jederman, der ihn ansprach. Er arbeitet vom frühen Morgengrauen den ganzen Tag über. Kartenspiel und Tanz waren ihm zuwider, doch zeigte er schon in jüngeren Jahren eine große Neigung zur Musik.

 

Mehr als 13 Jahre hat Karl Friedrich von Zocha als Leiter des markgräflichen Hofbaudirektoriums bestimmt, was und wie in der Residenzstadt, aber auch im gesamten Fürstentum gebaut wurde, und bis auf den heutigen Tag ist seine künstlerische Leistung umstritten. Die einen sehen in ihm einen Juristen, der sich neben seinem eigentlichen Beruf aus Liebhaberei mit der Baukunst beschäftigt hat. Andere sehen in dem jüngeren Zocha einen genialen Architekten, dessen Genialität in seiner Zeit völig verkannt worden war. Wie dem auch sei, fest steht, daß Karl Friedrich von Zocha weder ein ausgebildeter Maurer war, noch ein abgeschlossenes Architekturstudium vorzuweisen hatte. Von der Ausbildung her, war er also nicht für die Leitung des Hofbaudirektoriums geeignet. Trotzdem hielt die Markgräfin Christiane Charlotte viel von ihm und traute ihm zu, in die doch sehr großen Fußstapfen Gabriel de Gabrielis zu treten.

 

Während seines Jura-Studiums hatte Karl Friedrich von Zocha sein Interesse an der Baukunst entdeckt und studierte in Paris neben Mathematik auch Architektur. Durch die Hofbaumeister Ludwigs XIV., Mansart und de Cotte, wurde er schließlich in den Klassizismus der französischen Schule eingeführt. Diesen brachte er mit nach Ansbach und mit Zochas Amtsübernahme wurde hier dann nicht mehr süddeutsch-barock, sondern französisch-klassizistisch gebaut. Im einzelnen lassen sich heute die Leistungen Zochas als Baumeister nur noch schwer nachweisen, da er im Hofbaudirektorium hilfreiche Fachleute zur Hand hatte, die ihm wohl manche Arbeit abgenommen haben. Unter seinen Mitarbeitern war ab 1726 auch Johann David Steingruber, der später die Leitung des Hofbaudirektoriums übernommen hat.

 

Nach dem Tod des Markgrafen Wilhelm Friedrich im Jahre 1723 übernahm seine Gattin Christiane Charlotte für den noch nicht volljährigen Carl Wilhelm Friedrich die Regentschaft. Sie wollte nun den Schloßbau vorantreiben und die „irreguläre Struktur“ der Anlage durch Zocha korrigiert haben. Im Inneren bringt er die Einteilung der Räume in die in Frankreich üblich Anordnung und führt die „enfilade“ein, das heißt die Türen und Räume sind in einer Flucht angeordnet und die fürstlichen Appartements bestehend aus Vorzimmer, Audienzzimmer, Schlafzimmer und Garderobe werden eingerichtet.
 

Als er sich von der Leitung des Baudirektoriums zurückzog wurde er 1731 zum Geheimen Rat und zum markgräflichen Minister ernannt und widmete sich vornehmlich juristischen Fragestellungen.

 

Ein anderes Hobby Karl Friedrich von Zochas war das Sammeln von Büchern. Seine Privatbibliothek, die „Bibliotheca Zochiana“, umfaßte zuletzt 14.818 Bände, nur etwas weniger als die markgräfliche Bibliothek selbst. Im Alter vereinsamte Zocha immer mehr und trotz seiner Stellung als markgräflicher Minister, minderten seine schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse sein Ansehen. 1743 ließ er dann noch seine Planungen für die Stadtentwicklung im Druck erscheinen, um zum Ausdruck zu bringen, welche Leistungen er noch vollbracht hätte, wenn er mit seiner Gönnerin, der Markgräfin Christiane Charlotte, noch länger hätte zusammenarbeiten können. Sein Biograph, der Ansbacher Kanzleirat Theodor Heinrich Tietzmann, schilderte Karl Friedrich von Zocha als einen rastlos tätigen Menschen, der in Gesprächen immer kurz angebunden war. Trotzdem zeigte er sich aber stets freundlich zu jederman, der ihn ansprach. Er arbeitet vom frühen Morgengrauen den ganzen Tag über. Kartenspiel und Tanz waren ihm zuwider, doch zeigte er schon in jüngeren Jahren eine große Neigung zur Musik.

 

Mehr als 13 Jahre hat Karl Friedrich von Zocha als Leiter des markgräflichen Hofbaudirektoriums bestimmt, was und wie in der Residenzstadt, aber auch im gesamten Fürstentum gebaut wurde, und bis auf den heutigen Tag ist seine künstlerische Leistung umstritten. Die einen sehen in ihm einen Juristen, der sich neben seinem eigentlichen Beruf aus Liebhaberei mit der Baukunst beschäftigt hat. Andere sehen in dem jüngeren Zocha einen genialen Architekten, dessen Genialität in seiner Zeit völlig verkannt worden war. Wie dem auch sei, fest steht, daß Karl Friedrich von Zocha weder ein ausgebildeter Maurer war, noch ein abgeschlossenes Architekturstudium vorzuweisen hatte. Von der Ausbildung her, war er also nicht für die Leitung des Hofbaudirektoriums geeignet. Trotzdem hielt die Markgräfin Christiane Charlotte viel von ihm und traute ihm zu, in die doch sehr großen Fußstapfen Gabriel de Gabrielis zu treten.

 

Während seines Jura-Studiums hatte Karl Friedrich von Zocha sein Interesse an der Baukunst entdeckt und studierte in Paris neben Mathematik auch Architektur. Durch die Hofbaumeister Ludwigs XIV., Mansart und de Cotte, wurde er schließlich in den Klassizismus der französischen Schule eingeführt. Diesen brachte er mit nach Ansbach und mit Zochas Amtsübernahme wurde hier dann nicht mehr süddeutsch-barock, sondern französisch-klassizistisch gebaut. Im einzelnen lassen sich heute die Leistungen Zochas als Baumeister nur noch schwer nachweisen, da er im Hofbaudirektorium hilfreiche Fachleute zur Hand hatte, die ihm wohl manche Arbeit abgenommen haben. Unter seinen Mitarbeitern war ab 1726 auch Johann David Steingruber, der später die Leitung des Hofbaudirektoriums übernommen hat.

 

Nach dem Tod des Markgrafen Wilhelm Friedrich im Jahre 1723 übernahm seine Gattin Christiane Charlotte für den noch nicht volljährigen Carl Wilhelm Friedrich die Regentschaft. Sie wollte nun den Schloßbau vorantreiben und die „irreguläre Struktur“ der Anlage durch Zocha korrigiert haben. Im Inneren bringt er die Einteilung der Räume in die in Frankreich übliche Anordnung und führt die „enfilade“ein, das heißt die Türen und Räume sind in einer Flucht angeordnet und die fürstlichen Appartements bestehend aus Vorzimmer, Audienzzimmer, Schlafzimmer und Garderobe werden eingerichtet. Im Äußeren werden durch Zocha die Gliederung der Fassade und die Fensterumrahmungen verändert. Im Jahre 1727 wurde auf Geheiß der Markgräfin auch mit dem Neubau des Bruckberger Schlosses begonnen und das Sommerschloß in Unterschwaningen erweitert. Unter Zochas Leitung wird auch mit der Umgestaltung der Schloßanlage in Triesdorf begonnen und eine neue Kaserne an Stelle der Hindenburgkaserne gebaut. Darüber hinaus wird 1728 mit dem Bau der Orangerie im Hofgarten begonnen. Die Fülle der Bauten, die Zocha gleichzeitig begonnen hatte, zeigt, daß er sich nicht mit der nötigen Intensität um jedes Bauvorhaben kümmern konnte.

Nach der Regierungsübernahme von Carl Wilhelm Friedrich im April 1729 und dem Tod von Christiane Charlotte am Weihnachtsfest des gleichen Jahres, kommen die Arbeiten an den zahlreichen Baustellen nur noch schleppend voran. Der junge Markgraf scheint einen energischeren Fortschritt gefordert zu haben. Karl Friedrich von Zocha war wohl von diesen Vorgaben überfordert und suchte nach einer Hilfe in der Leitung des Baudirektoriums. Am 1. Februar 1731 wird dann schließlich der talentvolle Baumeister und Ingenieur-Lieutnant Leopoldo Retty vom Ludwigsburger Hof nach Ansbach geholt und als „Ingenieur-Capitain“ angestellt. Anfang des Jahres 1732 tritt dann Zocha von der Leitung des Baudirektoriums zurück und widmet sich als Minister und Oberamtmann von Crailsheim ganz der Tätigkeit in der Verwaltung des Fürstentums.

 

Die Liste der Bauten, die unter der Ägide Zochas gebaut wurde, ist lang: Wahllos aus der Werkliste seien nur die evangelischen Kirche in Aha, die Kirchen in Auerbach, Creglingen, Ermreuth und Gündelhardt sowie die Friedhofskapellen in Merkendorf und Mönchsondheim erwähnt. Die Fürstenherberge in Schwabach und der Neubau seines Schlosses in Wald runden das Bild seines Schaffens ab.

 

Sicher war Zocha nicht nur ein Verwalter des Baudirektoriums, sondern ein Mann, der mit Ideen versuchte damals moderne Bauten in der kleinen Residenzstadt Ansbach zu verwirklichen. Ihm fehlten aber die planerische Sicherheit und die Sachkenntnisse eines Baumeisters.

 

Literatur:

  • Adolf Bayer: Die Ansbacher Hofbaumeister beim Aufbau einer fränkischen Residenz Würzburg 1951.

  • Fritz Scholl: Leopolds Retti – Markräflich Ansbach’scher Baudirektor und Herzoglich württembergischer Oberbaudirektor Ansbach 1931.

  • Christian Eichinger: Zur Architektur des Ansbacher Schlosses. Magistratarbeit. Ansbach 1991.

  • Otto Fürst: Das Zocha-Schlößchen. Ein Beitrag zur Geschichte eines Ansbacher Bauwerks. Ansbach 1990.

Letzte Änderung: 20.07.2014 Seitenanfang