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Unser Mitglied Dr. Zeder  feierte seinen 100. Geburtstag - Heftausgabe Oktober 2011

105. Geburtstag von Dr. Ernst Zeder - Heftausgabe Oktober 2016

Als er am 4. August 1911 in Steinbühl geboren wurde, ließ sein Onkel einen Böller los. Hurra, ein Stammhalter! Aus ihm wurde zwar nicht der Nachfolger im elterlichen Färbereibetrieb, wohl aber der bekannte und beliebte Kinderarzt Dr. Ernst Zeder, der 40 Jahre in der Südstadt seine Praxis betrieb, die seit 1989 von Tochter und Schwiegersohn weitergeführt wird.

Nach dem Abitur am damaligen Realgymnasium zog es Ernst Zeder zum Medizinstudium nach Erlangen und an andere Universitäten. Sein eigentliches Ziel war es Chirurg zu werden. Weil er nicht in der Partei war, hatte er am Klinikum Nürnberg keine Chance. So war er froh, an der Kinderklinik Dortmund eine Stelle zu finden. In Münster promovierte er. Da brach der Krieg aus. Er wurde sofort einberufen und kam zu den Gebirgsjägern. Als Arzt war er für die Erstversorgung der Verwundeten an vielen Kriegsschauplätzen: Polen, Frankreich, Kreta, Russland, Italien. Noch erhaltene Skizzen und Aquarelle der vielfältigen Landschaften zeugen von seiner zeichnerischen Begabung. Heute gestaltet er nur noch Torten künstlerisch. Von seiner vor 12 Jahren verstorbenen Frau lernte er Tortenbacken. Die werden mit Figuren, Blumen, Schrift und Ranken verziert – noch heute! Mit dem Kochen hat er sich nie befasst. Seine im gleichen Haus wohnende Tochter sorgt für ihn. Seit 40 Jahren kommt Frau Meyer einmal pro Woche und macht seine Wohnung sauber. Was sie an Pril, Vim und anderen Putzmitteln braucht, das besorgt Dr. Zeder selbst im Marktkauf. Das ist ein wenig schwieriger für ihn geworden. Seit Anfang dieses Jahres hat er sein Auto abgemeldet. Seine Augen sind schlechter geworden. Trotzdem ist er noch mobil. Seine Einkäufe und Besorgungen in Mögeldorf erledigt er meist zu Fuß. Dazu hat er sich einen kleinen Rucksack zugelegt. 

Mit Mögeldorf ist Dr. Zeder seit seiner Kindheit verbunden. Die beste Freundin seiner Mutter wohnte oben auf dem Schmausenbuck im Wasserwerk. Das Gelände dort war ein wunderbarer Spielplatz für Kinder. Dazu hatte die Familie Zeder ein Pachtgrundstück in der Hersbrucker Straße, einen ausgedehnten  Gemüsegarten. Als die Stadt Nürnberg die Grundstücke dort verkaufte, hatte Dr. Zeder ein Vorkaufsrecht. Er heiratete 1956, und baute ein Jahr später mit dem Architekt Dunkel sein Haus, das erste in der Hersbrucker Straße. Damals war hinter dem Haus noch der Fußballplatz von Morgenrot und auf der Grundstücksgrenze floss ein Bächlein, das heute verrohrt ist – ein Paradies zunächst für die Neffen, dann für seine zwei Kinder.

Beim 100. Geburtstag war im Garten ein Festzelt aufgebaut. Etwa 100 Gäste fanden sich ein. die den Jubilar mit vielen Darbietungen erfreuten. Die Familie gab Szenen aus dem Familienleben zum Besten und die Enkel-Band spielte groß auf. Als Überraschungsgast erschien Marlies Eckert, Dr. Zeders erste Patientin. Sie überreichte Fotos von der kleinen Marlies in der jungen Zeder-Praxis. In einer weiteren Fotosammlung einer langjährigen Praxishelferin verewigten sich andere Patienten für ihren „liebsten Kinderarzt.“ Heute noch kommen im Kaufmarkt ehemalige Patienten auf ihn zu. Im Gegensatz zu den erwachsen gewordenen Kindern hat sich Dr. Zeder gar nicht so sehr verändert.

Die Arbeit sah früher für einen Kinderarzt völlig anders aus. Damals waren viele Hausbesuche zu machen. Die Eltern hatten ja meist weder Telefon noch Auto. Es gab Besuche in der Nacht, auch an Weihnachten.

Ob sich manche an den berühmten Zederschen Elefanten erinnern? Unzählige Male hat er ihn gezeichnet, wenn Kinder ängstlich waren. „Ich zeige dir, wie man einen Elefanten malt“ und manchmal hat er den Kindern auch die Hand geführt.

So wie abgebildet zeichnet er ihn heute noch mit lockerer Hand.

 In der Rede, die er an seinem 100. Geburtstag hielt sagte er:

„Ich war immer ein Optimist und habe unglaublich Glück gehabt. Ich habe an das Gute im Menschen geglaubt,

dass die meisten ihre Sache gut machen wollen und dass das Schlechte seltener aus Bosheit, sondern meist aus Dummheit geschieht.“

Beitrag: Elfriede Schaller - Oktober 2011

 

 


Im August feierte unser ältestes Mitglied, Herr Dr. Zeder seinen 105. Geburtstag.

 

Herr Köhler und Frau Schaller überbrachten die Glückwünsche des Bürger- und Geschichtsvereins.

 

 

Im kleinen Kreis der Gratulanten gab es lebhafte Unterhaltung mit dem „Geburtstagskind“.

 

Am Nachmittag war der Jubilar dann Mittelpunkt einer etwa größeren Gesellschaft von Verwandten und Freunden.

 

Vielleicht treffen Sie ihn einmal in Mögeldorf. Er ist immer noch mit seinem Rollator unterwegs, zum Kaufmarkt oder in den Tiergarten oder in die Kirche.

 

Anlässlich seines 100. Geburtstags erschien in unserem Heft der Artikel:“Ich war immer ein Optimist“. Sie können ihn noch im Internet nachlesen.

 

Aus seiner damaligen Geburtstagsrede möchten wir zwei Sätze wiederholen:

„Ich war immer ein Optimist und habe unglaublich Glück gehabt. Ich habe an das Gute im Menschen geglaubt,

dass die meisten ihre Sache gut machen wollen und dass das Schlechte seltener aus Bosheit, sondern meist aus Dummheit geschieht.“

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Letzte Änderung: 19.11.2016