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100 Jahr Thusnelda Schule

Das gewaltige Schulgebäude mit seinem 45 m hohen Turm veränderte 1914 nachhaltig das Ortsbild von Mögeldorf und muss auf die damalige Bevölkerung ähnlich imposant gewirkt haben wie der Neubau der Nürnberger Versicherung mit  seinem Businesstower auf die heutigen Mögeldorfer. Es schien den Aufbruch in eine moderne, bessere Zukunft zu verheißen.

 

Dem Zeitgeschmack entsprechend erhielt die Schule zusammen mit der zugehörigen Straße den Namen einer Germanin – ohne zu ahnen, welchen abschätzigen Beiklang der Name „Thusnelda“ als „Tussi“ noch haben würde. Doch als sich 1981 nach der Verkürzung der Thusneldastraße die Gelegenheit zu einem Namenswechsel bot, beharrten die Mögeldorfer selbstbewusst auf dem traditionellen Namen – vielleicht auch in der Erkenntnis, dass sich eine ehrlichere Namenspatronin als Thusnelda mit ihrem verworrenen, größtenteils fremdbestimmten Lebenslauf für die Schule kaum finden ließe.

 

Das neue Schulgebäude sollte nicht nur die langjährigen desolaten Raumprobleme im alten Schulhaus in der Ziegenstraße beenden, sondern bot der Mögeldorfer Schülerschaft erstmals eine Turnhalle, sowie Schulküche, Zeichensaal, Werkräume und sogar ein Brausebad zur wöchentlichen Körperpflege, denn in den meisten Wohnungen gab es kein Badezimmer. Bis zum Jahr 1930 war die damals achtjährige Volksschule auf 1100 Schüler angewachsen – aufgeteilt in evangelische, katholische und Gemeinschaftsklassen und häufig nach Buben und Mädchen getrennt. Die Klassengröße lag zwischen 30 und 50 Schülern, was dem einzelnen Schulkind ein sehr hohes Maß an Disziplin abverlangte. Selbst beim Gang in den Pausenhof durfte man sich nicht frei bewegen, sondern musste in Zweierreihen geordnet möglichst schweigend durch das Treppenhaus laufen, teilweise sogar im Gleichschritt. Etliche lesenswerte Zeitzeugenberichte aus dieser und späterer Zeit wurden in „Unser Mögeldorf“  bereits veröffentlicht und sind in Auszügen unter www.thusneldaschule.de auffindbar. 

 

Aus den Jahren der nationalsozialistischen Machtausübung hat sich kein schulisches Archivmaterial erhalten. Ein Schlaglicht auf die unduldsam-brutale Atmosphäre dieser Zeit kann allerdings das Erlebnis des Mögeldorfer Lehrers Oschatz werfen, das der spätere Rektor Guthmann in seinem Zeitzeugen-bericht schildert: „Dieser Lehrer (Oschatz) war 1944 bei der Eröffnung einer Lehrer-Pflichtkonferenz im Deutschen Hof beim Horst-Wessel-Lied sitzen geblieben. Tischkollegen trugen ihn mit Stuhl ins Nebenzimmer und verprügelten ihn dort, weil er sich nur zum Deutschlandlied erhoben hatte.“

 

Die Bombardierungen der Jahre 1944/45 fügten dem Schulhaus schwere Zerstörungen zu, deren Reparaturen sich lange hinzogen. Etwa zwanzig Jahre lang mussten Schüler und Lehrer in der Nachkriegszeit deshalb große Einschränkungen im Schulbetrieb erdulden. (Über diesen Zeitabschnitt gibt es sicher viel Außergewöhnliches zu berichten – die Schulgemeinschaft freut sich auf auskunftswillige Zeitzeugen!) Die Vernichtung des gesamten Westflügels der Thusneldaschule ermöglichte es immerhin, vom Konzept einer einzigen Schule für Mögeldorf abzuweichen und eine zweite, für die Bewohner des östlichen Teils von Mögeldorf verkehrsgünstiger gelegene Grundschule zu errichten – die Billrothschule (1974).

 

Erst im Jahr 1977 erhielt die Thusneldaschule einen neuen westlichen Seitentrakt, in dem vorübergehend auch die Schule für Körperbehinderte untergebracht war und der seit 1993 den hochgeschätzten Schülerhort beherbergt. In den 1980er Jahren sah man in etlichen Klassenzimmern das Bild von Kemal Atatürk hängen: Türkische muttersprachliche Klassen waren ins Schulhaus eingezogen. Mit ihnen kam eine außergewöhnlich vielfältige Schülerschaft, die das Schulleben sehr bereicherte. Von den Neuerungen der letzten 25 Jahre sind der Internetanschluss für jedes Klassenzimmer, neue, vorzeigbare Schülertoiletten, Container für die Mittagsbetreuung und vor allem die Nutzungsmöglichkeit der modernen Turnhalle des Sportvereins Mögeldorf 2000 hervorzuheben.

 

Momentan ist die Thusneldaschule unter einheitlicher Leitung in eine Grundschule mit ca. 190 und eine Mittelschule – neuerdings auch mit einer M-10-Klasse – mit ca. 160 Schülern gegliedert. Bei der aktuellen durchschnittlichen Klassengröße von 22 Schülern hätte wohl selbst der legendäre Schulmeister Koeth längst seinen Rohrstock aus der Hand gelegt.

 

In ihrem Jubiläumsjahr hat sich die Schule viel vorgenommen: Schon im Januar begann das Feiern mit guten Wünschen und dem Aufsteigen vieler Ballons. Die lang ersehnte Verschönerung des Schulhofes soll im Frühjahr erfolgen. Höhepunkt der Festlichkeiten ist das Schulfest am 30. Mai, bei dem der Thusneldaschule der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen wird. Ein Sponsorenlauf im Herbst und der traditionelle Basar sollen das Festjahr beschließen. Einer der Schülerwünsche vom Januar war: „Ich wünsche der Thusneldaschule, dass die Kinder in ihr froh sind.“ Gerhard Jäger

 

Dazu gehört auch, dass die Schüler und Schülerinnen die neu gestrichenen, aber noch kahlen Schulgänge wieder mit ihren Kunstwerken verschönern dürfen. Aus Brandschutzgründen sind dafür aber zahlreiche feuerfeste Bilderrahmen und Schaukästen nötig.

 

Wir freuen uns sehr über Spenden, mit denen wir unser Vorhaben realisieren können. Der Förderverein stellt jedem Spender gerne eine Spendenquittung aus.

Förderverein der Thusneldaschule

Volks- und Raiffeisenbank

Kto 2591570 | BLZ 760 606 18

Kennwort: 100 Jahre Thusneldaschule Bilderrahmen

Monika Ettl  

Schulleiterin Thusneldaschule

 

 

 

 
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Letzte Änderung: 30.03.2014