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Alle Themen zu Pegnitztal Ost in Nürnberg

 

Naturschutzgebiet im Pegnizttal Ost wird vom Bürger- und Geschichtsverein Möegeldorf e.V. abgelent

Schreiben an den Oberbürgermeister wegen Pegnitztales Ost - Heftausgabe Oktober 2015

Antwortschreiben des OBM vom 28.07.2015 - Heftausgabe Oktober 2015

Umweltausschuß vom 10.06.2015 - Heftausgabe Oktober 2015

Fraktion der Christlich-Sozialer Union im Stadtrat zu Nürnberg Ergänzungsantrag "Naturschutzgebiet Pegniztal - Oktober 2015

Zweite Gesprächsrunde der Verwaltung am 11.April 2016 zum Thema Pegnitztal-Ost - Heftausgabe Juni 2016

Radschnellbahnen durch das Pegnitztal Ost?

Pegnitztal Ost: Warum das Pegnitztal Ost ein Landschaftsschutzgebiet bleiben soll? - Heftausgabe Oktober 2016

Das Pegnitztal-Ost: Naherholungsgebiet - Kulturlandschaft - Landwirtschaftliche Nutzfläche - Naturschutzgebiet? - Heftausgabe Oktober 2016




Seitenanfang| Naturschutzgebiet im Pegnitztal Ost wird vom Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf abgelehnt

Die Regierung von Mittelfranken und das Umweltreferat der Stadt Nürnberg beabsichtigen, im Pegnitztal Ost ein Naturschutzgebiet auszuweisen. In unserer Aprilausgabe haben wir darüber berichtet.
 
Unstreitig zwischen Befürwortern und Gegnern eines Naturschutzgebietsausweises ist, dass es sich beim Pegnitztal Ost um ein wertvolles Gebiet handelt, das behutsam und pfleglich behandelt werden soll.
 
Tun wir Anlieger aus Erlenstegen, Laufamholz und Mögeldorf denn dies nicht heute schon?

Ich meine ja.
 
Das Pegnitztal Ost ist heute schon Landschaftsschutzgebiet und Wasserschutzgebiet. Also an Schutzregelungen zugunsten des Pegnitztales Ost fehlt es schon heute nicht. Mit den bestehenden Regelungen kann der Schutz unseres naturnahen Raumes bestens gewährleistet werden, ohne dass noch ein Ausweis als Naturschutzgebiet erfolgen muß.
 
Ich selbst lebe am und mit dem Pegnitztal Ost seit 52 Jahren. Ich habe in all dieser Zeit dort keinen Missbrauch der schönen Natur erlebt, sondern bin dort vielen Menschen begegnet, die mit Freude dieses stadtnahe Erholungsgebiet genossen haben. Von mutwilligem Missbrauch in all den Jahren keine Spur.
 
Ich glaube, wir Anlieger des Pegnitztals sind erwachsen und sensibel genug, dieses Kleinod, das wir Jahre und Jahrzehnte in allen Jahreszeiten mit Freude genießen, auch zu erhalten, ohne dass wir künftig vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg gemaßregelt werden. Denn am Ende des Tages ist die Absicht der Stadt Nürnberg, mit der Verbotskeule zu agieren. Oder um mit den Worten von einer Mitarbeiterin vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg zu sprechen: Bei Ausweisung als Naturschutzgebiet sind Tiere und Pflanzen streng geschützt. Heißt: Dort ist alles verboten, was zerstört oder beschädigt. Der Naturschutz ist hier bußgeldbewehrt, es dürfen also bei Verstößen Bußgelder ausgesprochen werden, z.B. wenn man sich außerhalb der ausgewiesenen Wege bewegt. Und wörtlich: „Ordnungswidrigkeiten [werden sich] nicht vermeiden lassen – das wird kein Spaziergang“.
 
Auf diese Verbotskeule, Herr Oberbürgermeister, verzichten wir Anlieger gerne. Wir werden unser Pegnitztal auch weiterhin so schützen, wie wir dies in den letzten 50 und 100 Jahren auch vernünftig getan haben.
 
Inzwischen hat sich ein eigener Verein gegründet. Der Verein heißt „Pro Erhalt Naherholungsgebiet Pegnitzgrund“. Vorsitzender ist Heinz-Jürgen Eitel, der auch gleichzeitig 2. Vorsitzender des Bürgervereins St. Jobst-Erlenstegen ist. In dieser Eigenschaft hat er bereits über 3000 Unterschriften gegen einen Ausweis als Naturschutzgebiet gesammelt. Der Verein kämpft für den Erhalt des Pegnitztales Ost als Naherholungsraum für die Menschen.
 
Herr Eitel hält die von der Stadtverwaltung vorgetragenen Argumente für Scheinargumente. Die angeblichen Auswirkungen des Hundekots werden in einer Art und Weise von der Verwaltung dramatisiert, dass sie unglaubwürdig sind. Weder die Zahl der Hunde noch der teilweise Verbleib der Exkremente sind wohl in der Lage, das große Pegnitztal zu beeinträchtigen. Auch die Übertragung von Neospora-Parasiten ist eher unwahrscheinlich, weil Stadthunde damit kaum befallen sein dürften. In den Wohnzimmern in Erlenstegen und Mögeldorf dürften sich diese Parasiten jedenfalls nicht wohlfühlen.
 
Scheinargument ist nach Meinung von Herrn Eitel auch das Thema Eremitenkäfer.
Dieser „lebt acht Meter über dem Boden, den stören abgesägte Äste weiter unten nicht.
 
Ein Thema fast zum Schmunzeln ist, wenn die Verwaltung mit dem Thema Sandmagerrasen punkten will. Da sind wir Mögeldorfer bekanntermaßen gebrannte Kinder. Wissen Sie noch, liebe Leserinnen und Leser, wie unser Steuergeld vom Umweltamt mit vollen Händen zum Fenster herausgeworfen wurde, als Sandmagerrasen von der Diehlwiese abgehoben, an anderer Stelle wieder angepflanzt wurde und dann unverzüglich einging?
 
Auch das Thema Hainberg ist unter dem Stichwort Themaverfehlung zu sehen. Der früher als Truppenübungsplatz genutzte Hainberg, der auch am wirklich westlichen Rand der Stadt liegt, ist mit dem mitten im Nürnberger Osten liegenden Pegnitztal Ost in keinster Weise zu vergleichen.
 
Der Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V. lehnt daher den Ausweis des Pegnitztals Ost als Naturschutzgebiet ab.

 

Kö. | Seitenanfang

Seitenanfang| Schreiben an den Oberbürgermeister wegen des Pegnitztales Ost - 31.05.2015


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Maly,

intensiv diskutiert wird derzeit über ein mögliches Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost. Es hat sich inzwischen sogar ein Verein gegründet, der die Schaffung eines Naturschutzgebiets ablehnt. Ich kann die Gründe, die der Verein ins „Feld“ führt, gut nachvollziehen.

Der neu gegründete Verein heißt „Pro Erhalt Naherholungsgebiet Pegnitzgrund“. Vorsitzender ist Heinz-Jürgen Eitel, der auch gleichzeitig 2. Vorsitzender des Bürgervereins St. Jobst-Erlenstegen ist. In dieser Eigenschaft hat er bereits über 3000 Unterschriften gegen einen Ausweis als Naturschutzgebiet gesammelt. Der Verein kämpft für den Erhalt des Pegnitztales Ost als Naherholungsraum für die Menschen.

Herr Eitel hält die von der Stadtverwaltung vorgetragenen Argumente für nicht belastbar. Die angeblichen Auswirkungen des Hundekots werden in einer Art und Weise von der Verwaltung dramatisiert, dass sie unglaubwürdig sind. Weder die Zahl der Hunde noch der teilweise Verbleib der Exkremente sind wohl in der Lage, das große Pegnitztal zu beeinträchtigen, insbesondere dann nicht, wenn man weiß, dass die N-Ergie sogar Kunstdünger streut. Auch die Übertragung von Neospora-Parasiten ist eher unwahrscheinlich, weil Stadthunde damit kaum befallen sein dürften. In den Wohnzimmern in Erlenstegen und Mögeldorf dürften sich diese Parasiten jedenfalls nicht wohlfühlen.

Kein zugkräftiges Argument ist nach Meinung von Herrn Eitel auch das Thema Eremitenkäfer. Dieser „lebt acht Meter über dem Boden, den stören abgesägte Äste weiter unten nicht.

Wer seit Jahrzehnten durch die Pegnitz-wiesen spazieren geht, dazu gehöre ich auch, kann nicht erkennen, dass irgendjemand Missbrauch mit dem Pegnitztal Ost betreibt. Vielmehr ist es erfreulich, dass alle Beteiligten für den Erhalt von Fauna, Flora und Tierwelt einstehen, wie etwa für den Eremiten, die blauflügelige Libelle oder das Knabenkraut. Wir alle stehen schon heute für den Erhalt des Pegnitztals Ost, welches ja auch ohnehin schon als Landschaftsschutzgebiet und Wasserschutzgebiet umfassend geschützt wird.

Also wozu brauchen wir dann noch ein Naturschutzgebiet? Es gibt Geld. Wofür? Für den Einsatz von Überwachungspersonal. Wer künftig seinen Fuß auf eine Wiese setzt, soll ein Bußgeld bekommen.

Brauchen wir das? Wollen wir das? Nein. Der Vorstand des Bürger- und Geschichtsvereins Mögeldorf e.V. lehnt den Ausweis eines Naturschutzgebietes ab.

Stellen Sie, Herr Oberbürgermeister, die überflüssigen Arbeiten der Verwaltung zur Schaffung eines Naturschutzgebietes ein. 

In der Gesamtbetrachtung gehen wir Anwohner, ob aus Erlenstegen, Laufamholz oder Mögeldorf, sorgsam mit unserem Pegnitztal Ost um. Und wenn einmal eine Familie mit Kindern die Wiese betritt und sich an der Natur erfreut oder die Kinder in den alten Weiden klettern, ist dies in einem Naherholunggebiet wie dem Pegnitztal Ost in Ordnung. Und ich kann auch nicht erkennen, warum die Verwaltung der Stadt Nürnberg hier die Hundebesitzer als Grund ausmachen will, weshalb ein Betretungsverbot durchgesetzt werden muss. Soviele Hunde tummeln sich im Talgrund überhaupt nicht, dass die von der Verwaltung behauptete Beeinträchtigung ernsthafter Weise in Betracht kommt.

Das Pegnitztal Ost ist heute schon Landschaftsschutzgebiet und Wasserschutzgebiet. Also an Schutzregelungen zugunsten des Pegnitztales Ost fehlt es schon heute nicht. Mit den bestehenden Regelungen kann der Schutz unseres naturnahen Raumes bestens gewährleistet werden, ohne dass noch ein Ausweis als Naturschutzgebiet erfolgen muß.

Ich selbst lebe am und mit dem Pegnitztal Ost seit 52 Jahren. Ich habe in all dieser Zeit dort keinen Missbrauch der schönen Natur erlebt, sondern bin dort vielen Menschen begegnet, die mit Freude dieses stadtnahe Erholungsgebiet genossen haben. Von mutwilligem Missbrauch in all den Jahren keine Spur.

Schon die Ausgangsbehauptung des Umweltreferenten Dr. Pluschke, hoher Nutzungsdruck und häufiges Grillen erzwängen ein Naturschutzgebiet, ist somit schlicht falsch. Hier wird eine falsche Behauptung in den Raum gestellt, die dann in ein Verbot münden soll, ohne dass die Ausgangslage überhaupt zutrifft. Bei unserem Rundgang am 25. April 2015 mit dem Vorsitzenden des Bundes Naturschutz und der privaten Teilnahme von Frau Gödelmann konnten wir nichts, aber auch gar nichts finden, was die Behauptung von Dr. Pluschke tragen würde. Keine Flaschen, keine Picknickreste, schlicht nichts. Natur pur, so wie es sein soll.

Ich glaube, wir Anlieger des Pegnitztals sind erwachsen und sensibel genug, dieses Kleinod, das wir Jahre und Jahrzehnte in allen Jahreszeiten mit Freude genießen, auch zu erhalten, ohne dass wir künftig vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg gemaßregelt werden. Denn am Ende des Tages ist die Absicht der Stadt Nürnberg, mit der Verbotskeule zu agieren. Oder um mit den Worten einer Mitarbeiterin des Umweltreferats der Stadt Nürnberg zu sprechen: Bei Ausweisung als Naturschutzgebiet sind Tiere und Pflanzen streng geschützt. Heißt: Dort ist alles verboten, was zerstört oder beschädigt. Der Naturschutz ist hier bußgeldbewehrt, es dürfen also bei Verstößen Bußgelder ausgesprochen werden, z.B. wenn man sich außerhalb der ausgewiesenen Wege bewegt. Und wörtlich: „Ordnungswidrigkeiten [werden sich] nicht vermeiden lassen – das wird kein Spaziergang“. Bei solchen Presseerklärungen aus dem Umweltreferat ist es schon erstaunlich, mit welcher Chuzpe sich der Umweltreferent öffentlich äußert, es gehe ihm nicht um Ordnungswidrigkeiten. Genau dies ist die Absicht: Ein Betretungsverbot durchzusetzen. Das wollen wir nicht. Toleranz, Herr Oberbürgermeister!

Ein Thema fast zum Schmunzeln ist, wenn die Verwaltung mit dem Thema Sandmagerrasen punkten will. Da sind wir Mögeldorfer bekanntermaßen gebrannte Kinder. Wissen Sie noch, wie unser Steuergeld vom Umweltamt mit vollen Händen zum Fenster herausgeworfen wurde, als Sandmagerrasen von der Diehlwiese abgehoben, an anderer Stelle wieder angepflanzt wurde und dann unverzüglich einging?

Auch das Thema Hainberg ist unter dem Stichwort Themaverfehlung zu sehen. Der früher als Truppenübungsplatz genutzte Hainberg, der auch am wirklich westlichen Rand der Stadt liegt, ist mit dem mitten im Nürnberger Osten liegenden Pegnitztal Ost in keinster Weise zu vergleichen.

Auf die Verbotskeule der Stadtverwaltung, Herr Oberbürgermeister, verzichten wir Anlieger gerne. Wir werden unser Pegnitztal auch weiterhin so schützen, wie wir dies in den letzten 50 und 100 Jahren auch vernünftig getan haben.

Mit freundlichen Grüßen

Köhler

Kö. | Seitenanfang

Seitenanfang| Antwortschreiben des OBM vom 28.7.2015


Sehr geehrter Herr Kollege Köhler,

 
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 31.5.2015. Sie äußern sich darin sehr kritisch zu der geplanten NSG-Ausweisung. Sie wissen, dass der Umweltausschuss die Verwaltung beauftragt hat, die Ausweisung des Pegnitztal Ost als Naturschutzgebiet zu prüfen. Ausschlaggebend dafür war die aktuelle Stadtbiotopkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Darin wurde der östliche Pegnitztalraum als Naturschutzgebiet vorgeschlagen. Das Umweltreferat setzt diesen Prüfauftrag sachlich, konstruktiv und unter hohem Beteiligungsaufwand um.


Zu Ihrem Schreiben kann ich im Einzelnen wie folgt Stellung nehmen:
Die Stadtverwaltung sucht im Vorfeld eines möglichen formalen Verfahrens zur Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet den Dialog mit den Bürgern und bietet Führungen u. a. in Kooperation mit den großen Naturschutzverbänden an.

Natürlich soll und wird eine Abstimmung der Belange von Naturschutz und Naherholung gesucht. Ihnen ist sicher bekannt, dass Herr Dr. Pluschke im Zuge dieses Dialoges auch den Verein „Pro Naherholungsgebiet Pegnitzgrund“ zu einem Gespräch eingeladen hatte. Es war dabei unstrittig, dass das beliebte Naherholungsgebiet in seiner ökologischen Wertigkeit und Bedeutung für die Nürnberger Bevölkerung erhalten bleiben soll. Kontrovers wurde beurteilt, wie sehr das Gebiet gefährdet ist und ob freiwillige Maßnahmen und bestehende Regelungen ausreichen, um seine Vielfalt zu erhalten.

Es sind deutlich negative Veränderungen im östlichen Pegnitztal zu erkennen. So nimmt die Zahl der Trampelpfade extrem zu. Natürlich haben sich manche Verschlechterungen im Tier- und Pflanzenbestand auch schleichend entwickelt und sind eher für Fachkundige erkennbar. Hier soll und wird in nächster Zeit noch mehr informiert werden, um dies deutlich zu machen.

Um die ökologische Qualität des Gebietes zu halten, müssen die Wiesen bewirtschaftet werden. Konkret bedeutet dies eine meist zweifache Mahd oder eine regelmäßige Beweidung. Zwar dürfen bereits jetzt die landwirtschaftlichen Nutzflächen während der Aufwuchszeit gemäß Art. 30 des bayerischen Naturschutzgesetzes nicht betreten werden. Aber daran halten sich viele nicht und das vorhandene rechtliche Instrumentarium ist ein stumpfes Schwert.

In der Folge gibt es auf den vom Tiergarten bewirtschafteten Flächen Probleme für die Erntemaschinen, z.B. durch eingetragene armdicke Stöcke und gegrabene Löcher. Darüber hinaus versetzen freilaufende Hunde regelmäßig die weidende Schafherde in den Fluchtmodus und bringen sie damit unnötig in Gefahr. Das erschwert die Beweidung zunehmend.

Sie schreiben selbst, dass ein Teil der Hundeexkremente bisher auf den Flächen verbleibt. Hundekot in der Wiese ist unangenehm für alle, die hineintreten, für den, der das Gras erntet und für das Tier, das es fressen soll und es deshalb meist meidet.

Was den hohen Nutzungsdruck angeht, geht es nicht in erster Linie wie von Ihnen angesprochen, um ein Müllproblem. Damit gibt es zwar Probleme, die lassen sich aber – u.a. dank des enormen Einsatzes der Naturschutzwacht – derzeit noch beherrschen.

Die Besorgnis gilt vielmehr der Tendenz zu immer mehr Veranstaltungen „auf der grünen Wiese". Westliches Pegnitztal und Wöhrder Wiese sind einem steigenden Veranstaltungsdruck ausgesetzt, der zu Lasten der ökologischen Vielfalt geht. Ähnliches muss für das östliche Pegnitztal vermieden werden.
Die Stadtverwaltung ist überzeugt, dass freiwillige Maßnahmen nicht ausreichend sind, um die ökologische Vielfalt im östlichen Pegnitztal für die Nürnberger Bevölkerung dauerhaft zu erhalten. Sie können darauf vertrauen, dass die Umweltverwaltung intensiv und sorgfältig nach verträglichen Lösungen sucht, die sowohl die Naherholungs-, als auch die Naturschutzfunktionen dieser wertvollen und schützenswerten Kulturlandschaft nachhaltig sichert und entwickelt.

Wichtig ist dabei in erster Linie die Entwicklung eines intelligenten Wege-und Zonenkonzeptes, das Naturschutz und Naherholung vereint. Ergänzend bietet der Status „Naturschutzgebiet" zudem das Instrumentarium, die landschaftserhaltende Nutzung notfalls mit Bußgeld davor zu schützen, dass die Flächen zur Unzeit betreten werden.

Wir sind uns einig, dass das Gebiet ein Naturerlebnis-Juwel ist. Dies soll so bleiben. Es wird auch mit Naturschutzgebiet möglich sein, im östlichen Pegnitztal auf Bäume zu klettern, genauso wie Rodeln, Baden, Schlittschuh laufen, Drachen steigen lassen, Picknicken, Federball spielen, Bärlauch und Pilze sammeln und vieles mehr.

Es ist nach Auffassung der Stadtverwaltung naheliegend und vernünftig, beim Umgang mit Hunden steuernd einzugreifen. Die geplante Verordnung bietet die Möglichkeit, durch einen Leinenzwang in sensiblen Jahreszeiten und der Pflicht zur Mitnahme von Hundekot Beeinträchtigungen zu reduzieren. Natürlich ist damit eine gewisse Einschränkung für manche Hundehalter und Hunde verbunden. Hier muss unseres Erachtens das Gemeinwohl vorgehen. Sie fordern hier Toleranz. Sie muss nach Meinung des Umweltreferates dort aufhören, wo anderen geschadet wird.

Unter wirksamer Kontrolle versteht die Stadt Nürnberg im Naturschutzbereich bisher und in Zukunft vor allem Präsenz und Information: Die Naturschutzwacht leistet in den Landschafts- und Naturschutzgebieten mit enormem Engagement seit über 30 Jahren Hervorragendes – auch zur Konfliktvermeidung und -bewältigung.

Zum Nutzen der großen Mehrheit, die sich verantwortungsvoll verhält, muss aber notfalls auch in begründeten Einzelfällen die Verbotskeule" eingesetzt werden können, wie Sie es ausdrücken. Das ist hier nicht anders, als in anderen gesellschaftlichen Bereichen.
Mit einem Naturschutzgebiet im östlichen Pegnitztal hätten wir ein wirksames Instrument, eine Entwicklung des östlichen Pegnitztal hin zu einem lautstarken Event-Ort gar nicht erst zuzulassen. Wir gehen sicher mit Ihnen als Vorsitzenden des Bürgervereins Mögeldorf im Einklang, dass es im Interesse der Anwohner ist, Veranstaltungen im östlichen Pegnitztal restriktiv zu handhaben. Und staatliche Zuschüsse, wenn z.B. wegen eines Eremitenbaumes eine Wegeverlagerung nötig wird, wären auch kein Schaden.


Die Stadtverwaltung hat guten Grund zu der Hoffnung, dass, wie im Hainberg, die Bevölkerung eine Einstufung als Naturschutzgebiet bald annehmen und die Vorteile schätzen würde. Auch die Bürgervereine Jobst-Erlenstegen und Laufamholz verschließen sich nach meiner Kenntnis einer Ausweisung des östlichen Pegnitztales als Naturschutzgebiet nicht grundsätzlich. Voraussetzung ist vielmehr, dass die Anforderungen an Freizeit/Erholung ausreichend Berücksichtigung finden. Das beabsichtigt die Umweltverwaltung ausdrücklich.

In diesem Zusammenhang ist anmerken, dass der Verein „Pro Naherholungsgebiet Pegnitzgrund" Unterschriften gegen das geplante NSG sammelt unter der Annahme, dass für das Pegnitztal Ost ein fast ganzjähriges Betretungsverbot und eine ganzjährige Leinenpflicht für Hunde vorgesehen seien. Ich möchte in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, dass es weder bei der Stadt Nürnberg noch bei der Regierung von Mittelfranken derartig weitreichende Überlegungen gab und gibt. Hier sollten keine unbegründeten Ängste geschürt werden. Im o.g. Gespräch mit Vertretern des Vereins hat Herr Dr. Pluschke dies bereits sehr deutlich gemacht. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie in diese Richtung ebenfalls aufklären könnten.
Die Stadt will die Entscheidungsfindung über die Unterschutzstellung auf einer sachlichen und konstruktiven Ebene weiter voran bringen - zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Hierzu soll im weiteren Vorgehen umfangreicher als bisher über die Attraktivität und Schutzwürdigkeit des Pegnitztals Ost informiert werden. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die entsprechende Vorlage im kommenden Umweltausschuss, in Behandlung eines entsprechenden Antrages der CSU-Stadtratsfraktion.


Zur weiteren Mitwirkung an diesem Kommunikations- und Abstimmungsprozess lade ich Sie herzlich ein.

Für weitere Rückfragen steht Ihnen gerne
Herr Dr. Koppel, Tel. 09 11/2 31 36 47,

Umweltamt der Stadt Nürnberg, zur verfügung.

e-Mail Umweltamt@stadt.nuernberg.de


Mit freundlichen Grüßen
Dr . Ulrich Maly

P.S. Erlauben Sie mir einen ergänzenden Hinweis: Die Ausgleichsmaßnahmen für das „Diehlgelände" waren im Ergebnis erfolgreich und wurden in einem abschließenden Gutachten sehr positiv beurteilt.

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Seitenanfang| Umweltausschuß vom 10.06.2015, TOP 1 zum Antrag CSU zum Pegnitztal Ost


Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost

Bezug: Antrag der CSU-Stadtratsfraktion vom 31.03.2015


Im fraglichen Antrag werden zusammenfassend die folgenden Punkte für das weitere
Vorgehen für eine mögliche Ausweisung eines Naturschutzgebietes im Pegnitztal Ost beantragt:

  1. Erstellung eines Wegekonzeptes mit dem Ziel bestehende oder neu anzulegende Pfade als reine ganzjährig begehbare Fußwege zu sichern

  2. Erstellung eines Zonenkonzeptes mit dem Ziel
       a. einzelne Flächen geringer ökologischer Wertigkeit als Hundeauslaufzonen auszuweisen und
       b. einzelne Grünflächen als ganzjährig begehbare Naherholungsflächen auszuweisen.

  3. Erarbeitung eines Kommunikationskonzeptes, um die Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Planungen, die konkreten Konsequenzen und das weitere Vorgehen zu informieren. Hierbei auch Erarbeitung eines Handlungsleitfadens mit Informationen zu den o.g. Wege- und Zonenkonzepten sowie Prüfung eines mobilen „Infostandes".

  4. Prüfung der Zusammenarbeit in den genannten Punkten mit dem Bund Naturschutz bei Konzeption und Umsetzung.


Zu den genannten Punkten kann der aktuelle Sachstand wie folgt mitgeteilt werden:

Zu 1. und 2.)
Am 18.03.2015 wurden der Verwaltung (Umweltamt) seitens Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz (jeweils Kreisgruppe Nürnberg) ein Vorschlag für ein mögliches Wegekonzept unterbreitet. Zur näheren Diskussion der Inhalte – auch im Hinblick auf die im Antrag gestellten Anregungen – findet am 17.06.2015 mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände und der Verwaltung statt. Darüber hinaus stehen Gespräche mit den jeweiligen Bewirtschaftern (z.B. N-ERGIE AG und Tiergarten) der Flächen an.
Über die Ergebnisse wird dem Ausschuss wieder berichtet.

Zu 3.)
Von Mitte Mai bis Mitte September finden in Kooperation mit der Naturschutzwacht Nürnberg, dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz, dem Fränkischen Albverein; der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und dem Bündnis für Biodiversität vielfältige Führungen im Pegnitztal Ost statt.
Angesichts der umfangreichen öffentlichen Diskussion zur geplanten NSG-Ausweisung sowie durch vorliegenden Antrag erscheint es jedoch sinnvoll den Aufwand für Kommunikation zu überprüfen und gegebenenfalls zu intensivieren.
Einleitend muss jedoch festgestellt werden, dass das bestehende Kommunikationskonzept —basierend auf der oben geschilderten umfangreichen und sehr guten Kooperation — der Standard ist, der mit den vorhandenen Mitteln derzeit bewerkstelligt werden kann. Für zusätzlichen Aufwand müssten zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Wie im Antrag z.T. vorgeschlagen und gemäß erster Überlegungen zu einem entsprechenden erweiterten Konzept wären die folgenden Erweiterungen/Maßnahmen denkbar:

– Vorort Information ausbauen (z.B. mobiler Informationsstand mit Präsenzzeiten, Informationstafeln)
– Internet-Information ausbauen (z.B. eigener Internet-Auftritt mit moderierter Partizipation,

Aufbereiteten „häufig gestellten Fragen/FAQs"

– Fachabstimmung ausbauen (z.B. über moderierte Workshops, Fachplanung)
– Gedruckte Fachinformationen ausbauen (z.B. Handlungsleitfaden, Wege- und

Zonenkonzept, schützenwerte Tier- und Pflanzenwelt im Pegnitztal Ost)


– Fortführung der intensiven Ortsbegehungen in die Jahre 2016 und 2017
– Zusätzliche Aktionen und Informationen mit/für Bürger- und Vorstadtvereinen sowie Schulen und

Kindergärten/Kindertagesstätten/Horten.

Diese Erweiterungen/Maßnahmen können nur mit externer Unterstützung bewältigt werden. Aus anderen städtischen Verfahren gibt es Erfahrungen für entsprechend umfangreiche Kommunikationskonzepte auf vielen Ebenen. Es muss davon ausgegangen werden, dass für entsprechende Vergaben Kosten bis zu 100.000.- Euro entstehen können.

Auf der Basis einer entsprechender grundsätzlichen Begutachtung (Beschluss) seitens des Umweltausschusses würden durch die Verwaltung die entsprechenden Anmeldungen zum Haushaltsplan 2016 nachgereicht werden. Die Anmeldefrist der Fachdienststellen gegenüber Ref.11/Stk für den Haushalt 2016 ist zum 30.04.2015 ausgelaufen. Ref. II weist darauf hin, dass Zusatzausgaben in dieser Höhe und vor dem Hintergrund der Haushaltslage sehr kritisch zu sehen sind.

Zu 4.)
Wie bereits beschrieben besteht bereits heute eine intensive Zusammenarbeit mit dem Bund Naturschutz und anderen Naturschutzverbänden in diesem Projekt. Diese wird weiterhin gepflegt und nach Möglichkeit ausgebaut.

TOP 1 wurde in der Sitzung vom 10.6. abgesetzt. Unter TOP 4 war er erneut auf der Sitzung des Umweltausschusses vom 24.7.2015 mit der Abweichung, dass nur noch 80.000 Euro gefordert wurden.
In der Sitzung wurde das Thema aufgrund des nachstehenden Antrags der CSU erneut vertagt.

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Seitenanfang|    Fraktion der Christlich-Sozialen Union im Stadtrat zu Nürnberg Ergänzungsantrag "Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost"


TOP 4 der Sitzung des Umweltausschuss am 24.7.2015


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in der Vorlage für die Sitzung des Umweltausschusses am 24.7.2015 konnten die im Antrag der CSU-Stadtratsfraktion aufgeworfenen Fragen hinsichtlich der Nutzung des Pegnitztals Ost im Falle der Unterschutzstellung nicht beantwortet werden. Um über die Beauftragung einer weitergehenden Kommunikation entscheiden zu können, sollten einige grundlegende Punkte – die auch im Zentrum der öffentlichen Interessen stehen – bekannt sein.
Dies sollte auch im Sinne einer transparenten Bürgerbeteiligung mit konkreten Informationen sein.

Die CSU-Stadtratsfraktion stellt daher für die Sitzung des Umweltausschusses am 24.7.2015 folgenden

Antrag:
Der Beschluss über die Beauftragung des erweiterten Kommunikationskonzeptes sowie die Anmeldung der erforderlichen Mittel wird vertagt.
(Behandlung z. B. im Stadtrat im September ermöglicht eine noch rechtzeitige Beschlussfassung vor den Haushaltsberatungen).

Die Verwaltung stellt vor einer Beschlussfassung dar:
– den geplanten Zeitablauf für das weitere Verfahren
– den möglichen Umgriff des geplanten Naturschutzgebietes
– das vorläufige Wegekonzept
– soweit bereits vorhanden den Verordnungsentwurf sowie Ausführungsbestimmungen
– die möglichen Restriktionen inkl. einer Gegenüberstellung mit dem Status Quo
– Umfang und Ablauf des geplanten Kommunikationspaketes

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Brehm
Fraktionsvorsitzender

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Seitenanfang| Zweite Gesprächtsrunde mit der Verwaltung am 11. April zum Thema Penitztal-Ost

Diese Verschlechterung gegenüber der Zusage aus der ersten Verhandlungsrunde lehnt der Bürger- und Geschichtsverein Mögeldorf e.V. ab. Wir wollen, wie das von der Verwaltung versprochen war, kein Betretungsverbot in der Zone I, sondern nur eine Anleinverpflichtung für Hunde vom 1.3. bis 1.6.

Bislang war es immer ein ganz wichtiges Anliegen des Umweltreferates, Bodenbrüter zu schützen. Wir sind deshalb sehr irritiert, dass es gar keine Bodenbrüter gibt: „Der Einsatz der Wiesenschleppe zum Einebnen der Erdhügel und zum Entfernen der Holzstücke erfolgte gemäß bestehender Regelungen. Dies hat nichts mit dem Betretungsverbot der landwirtschaftlich genutzten Flächen während der Aufwuchszeit zu tun. Wenn eine frühere Bearbeitung erforderlich oder erfolgversprechend ist, wird der Tiergarten seine Bearbeitungszeiten entsprechend der biologischen Bedürfnisse in Absprache mit den Naturschutzbehörden anpassen. Wenn das Naturschutzgebiet eingerichtet ist, und damit Voraussetzungen für das Wiedereintreffen von Bodenbrütern geschaffen wurden, werden derartige Maßnahmen vor dem Eintreffen der Vögel abgeschlossen sein“, so der Umweltreferent Peter Pluschke in seinem Schreiben an den Verein Pro-Naherholungsgebiet Pegnitztal-Ost e.V. vom 5.4.2016.


Der Tiergarten ist jedoch auch nicht mit einem Betretungsverbot schutzbedürftig. Denn der Tiergarten ist Teil der Stadt Nürnberg, ebenso wie die städtische Tochtergesellschaft N-Ergie. Die Stadt hat aber nicht nur ein Interesse daran, dass der Ertrag aus der Wiesenmahd möglichst hoch ist, sondern sie hat auch dem Naherholungsbedürfnis der Bewohner Rechnung zu tragen. Die Stadt kann auch ohne Betretungsverbot für die Bürger die Mahd durch den Tiergarten vornehmen. Ein Ertragsverlust durch den Naherholungscharakter von 10 oder 20% können da nicht der maßgebliche Gesichtspunkt sein.

Am 12. April wurde jetzt von Frau Dr. Gudrun Mühlhofer/ifamos Landschaftsökologie ein „Fachgutachten zur Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit des geplanten Naturschutzgebietes Pegnitztal Ost vorgelegt. In diesem Gutachten sind viele Tiere und Pflanzen aufgeführt, die schützenswert sind.

Was an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben werden soll, niemand der Anwohner des Pegnitztals Ost hat die Absicht, die schützenswerten Tiere oder Pflanzen zu beeinträchtigen. Auch wir Anlieger wollen unser Pegnitztal Ost schützen. Aber nicht in der Form, dass das Tal als Naherholungsraum nicht mehr genutzt werden kann.

In dem Gutachten wird auch nicht behauptet, dass es die zu schützenden Tiere und Pflanzen ausschließlich und nur im Pegnitztal Ost gibt. Diese gibt es woanders in Franken genauso. Deshalb bleibt der Anspruch der Bürger, in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld auch einen Naherholungsraum zu haben, durchaus berechtigt. Es geht ja nicht darum, Tiere und Pflanzen nicht bestmöglich zu schützen. Ein Betretungsverbot bleibt jedoch inakzeptabel. Das Pegnitztal Ost ist heute schon als Landschaftsschutzgebiet und Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Ein Mehrwert durch die Unterstellung unter ein Naturschutzgebiet ist nicht ersichtlich.

In ihrer Unterscheidung zwischen der bestehenden Landschaftsschutz-Verordnung und einem möglichen geplanten Naturschutzgebiet-Verordnung im Pegnitztal Ost schreibt die Verwaltung: „Die Landschaftsschutzgebiete werden ausdrücklich auch zum Zweck der Erholung ausgewiesen und sie haben daher auch den Zweck, die freie Betretbarkeit zu erhalten. Einschränkungen der Betretungsrechte sind daher grundsätzlich nicht denkbar“. Ja! Genau das wollen wir Bürger: wir wollen uns im Pegnitztal Ost erholen können! Und darum ist die bestehende Landschaftsschutz-Verordnung die richtige Rechtsgrundlage und das Naturschutzgebiet überflüssig.

Aus der Gegenüberstellung der Verwaltung ergibt sich ferner: Mit der Landschaftsschutzverordnung kann keine Anleinpflicht für Hunde auferlegt werden. Dies ist offenbar ein wichtiges Verwaltungsanliegen. Die Mitnahme von Hundekotbeuteln soll neu eingeführt werden. Dies widerspricht deutlich den bisherigen Aussagen der Verwaltung, durch die Einführung eines Naturschutzgebietes würde nichts Neues eingeführt, sondern nur bisherige Verpflichtungen durch Bußgelder geahndet.

Auch der Vorsitzende des Bundes Naturschutz hat sich in der Veranstaltung im Gemeindehaus von St. Jobst am 19.4. dahingehend geäußert, es würden nur die geltenden Regeln umgesetzt. Wie bereits ausgeführt trifft dies offenkundig nicht zu, verleitet aber auch zu der Frage, warum die geltende Landschaftsschutzverordnung nicht konsequent vollzogen wird. Offensichtlich hapert es doch am Vollzug durch die Verwaltung. Dafür braucht es jedenfalls keine neue Rechtsgrundlage. Ein weiterer Gesichtspunkt, der belastend wirken wird, ist, dass der Vorsitzende des Bundes Naturschutz nachdrücklich auf die künftige Bußgelderhebung hinweist.


Zur Beruhigung führt die Verwaltung nunmehr eine neue Zahl in die Diskussion ein: 62% des Naturschutzgebietes blieben nach wie vor uneingeschränkt betretbar. Die kartographische Darlegung steht jedoch aus, so dass hier dringender Nachweisbedarf durch die Verwaltung bleibt.

Kö. | Seitenanfang

Seitenanfang| Radschnellbahnen durch das Pegnitztal Ost?

In der NZ vom 7. Mai 2016 berichtet Dieter Wegener, dass die Metropolregion jetzt für ein leistungsfähiges Radschnellverbindungsnetz in der Region eintritt.

Eine Trasse soll von Nürnberg nach Lauf durch das Pegnitztal Ost geführt werden. Im Sommer 2016 sollen die Detailplanungen vorgenommen werden, bereits gegen Ende des Jahres soll eine abschließende Entscheidung in den Ratsgremien vorgenommen werden. Radler würden auf den neuen Trassen ein völlig neues Fahrgefühl erleben können, so der Baureferent Ulrich.

Baureferent Ulrich. | Seitenanfang

Seitenanfang| Pegnitztal Ost: Warum das Pegnitztal ein Lanschaftsschutzgebiet bleiben soll?


Zum Thema Pegnitztal Ost will ich noch einmal die wesentlichen Gesichtspunkte zusammenfassen.

 

Ausgangspunkt:

Das Pegnitztal Ost ist heute schon Landschaftsschutzgebiet und Wasserschutzgebiet. Insbesondere im Bereich des Wasserschutzgebietes ist der Bereich nicht zugänglich, weil die N-Ergie als Eigentümer die Fläche abgezäunt hat. Das Pegnitztal liegt in der Großstadt und hat eine zentrale Bedeutung für die Naherholung der Bürgerschaft. Der Erhalt dieser Funktion hat für mich entscheidende Bedeutung. Dies vereinbart sich durchaus mit dem Wunsch nach dem Erhalt des Pegnitztals. Die Bürger wollen ja schließlich durch ein landschaftlich schönes Naherholungsgebiet spazieren gehen.

 

Änderungsabsicht:

Die Regierung von Mittelfranken will ein Naturschutzgebiet einrichten. In diesem Rahmen hat die Kommune ein Anhörungsrecht. In diesem Anhörungsverfahren findet die derzeitige Diskussion statt. Als Begründung wird herangezogen, dass es viele schützenswerte Tiere und Pflanzen gäbe. In dieser inhaltlichen Frage will kein Bürger Tier oder Pflanze beeinträchtigen.

 

Rechtsgrundlage:

In einer Synopse zwischen Landschaftsschutzgebiet und Naturschutzgebiet legt die Verwaltung dar: „Die Landschaftsschutzgebiete werden ausdrücklich auch zum Zweck der Erholung ausgewiesen und sie haben daher auch den Zweck, die freie Betretbarkeit zu erhalten. Einschränkungen der Betretungsrechte sind daher grundsätzlich nicht denkbar.“ Demgegenüber entfällt bei einem Naturschutzgebiet der Naherholungszweck, statt dessen stehen die Betretungsverbote und umfassenden Anleinverpflichtungen für Hunde im Vordergrund. Die Natur erhält den Vorrang vor dem Menschen. Der Ausschluß des Naherholungszwecks ist aber mitten in einer Großstadt nicht vertretbar. Der englische Garten in München wird ja auch nicht Naturschutzgebiet. Mensch und Natur sind also im Rahmen der Landschaftsschutzverordnung, die heute schon gilt, richtig austariert.

 

Darstellung der Verwaltung:

Mit Befremden habe ich das Schreiben der Verwaltung (5.4.2016) zur Kenntnis genommen, wonach es heute gar keine Bodenbrüter gibt. Mit dem Naturschutzgebiet soll erst die Voraussetzung für das Wiederansiedeln von Bodenbrütern geschaffen werden. Das muß dann aber nicht mitten in einer Großstadt sein! Das am 12. April von Frau Dr. Gudrun Mühlhofer/ifamos Landschaftsökologie vorgelegte „Fachgutachten“ erscheint wenig überzeugend. Das verwendete Datenmaterial ist mehr als in die Jahre gekommen. Nicht nachvollziehbar ist auch, ein Naturschutzgebiet über das ganze Pegnitztal Ost ausrollen zu wollen, um dann jedoch 63% über Ausnahmeregelungen dem erst neu zu schaffenden Betretungsverbot wieder zu entziehen. Schlüssig wäre es, dann allenfalls das Drittel schutzwürdiger Ecken unter ein Naturschutzgebiet zusammenzufassen. So bleibt der Eindruck im Vordergrund, dass mit der Ausnahmeregelung nur ein erster Schritt zu einem umfassenden Betretungsverbot gegangen wird.

 

Fazit:

Ein Naturschutzgebiet ist ein rechtlich verfehlter Ansatz. Das Landschaftsschutzgebiet, das auch den Naherholungsaspekt des Menschen im Blick hat, ist das richtige Rechtsinstrument. Deshalb bitte ich, es bei dem heute bestehenden Landschaftsschutzgebiet zu belassen. Wenn es herausragend wichtige Ecken in diesem Gebiet gibt, hat die Verwaltung ja die Möglichkeit, durch Abzäunung den Schutz dieser Tiere und Pflanzen herbeizuführen. Schließlich hat der Verein Pro Naherholungsgebiet Pegnitztal –Ost über 4000 Stimmen für den Erhalt des Landschaftsschutzgebiets gesammelt.


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Seitenanfang|  Das Pegnitztal-Ost:
   Naherholungsgebiet - Kulturlandschaft - Landwirtschaftliche Nutzfläche - Naturschutzgebiet?


Zwischen Mögeldorf, Erlenstegen und Laufamholz befindet sich die grüne Lunge dieser Stadtteile. Das Pegnitztal-Ost von den meisten aber einfach nur Wiesengrund genannt. Dieses Gebiet hat sich seit den 50er Jahren zu einem Idyll verwandelt. Spätestens seit Einstellung der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung Mitte der 90er Jahre – also vor mehr als 20 Jahren – entdeckten immer mehr Bewohner der östlichen Außenstadt das Areal als Naherholungsgebiet. Begünstigt wurde dies auch durch die Neuausweisung des Rehhofes und der Diehlwiese als Wohnbaugebiete und deren heute fast lückenlose Bebauung ohne öffentliche Grünflächen. Die größten Teile des Gebietes, welches sich zwischen Satzinger Mühle, Ebensee, Laufamholzer Kirchensteig, Erlenstegenstraße, Laufamholzstraße der B14 und der Autobahn A3 erstreckt sind im Besitz der N-ergie, dem Energieversorgungsunternehmen der Stadt Nürnberg. Fast der gesamte Bereich nördlich der Pegnitz ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich, da sich hier die engere Fassungszone des Wasserwerkes Nürnberg befindet, eine der Trinkwassergewinnungsstellen der Stadt. Der südliche Bereich besitzt öffentliche Widmung – muss also für die Öffentlichkeit zugänglich sein - und ist Wasserschutzgebiet und in weiten Teilen Landschaftsschutzgebiet.

 

In den letzten 25 Jahren tauchten zahlreiche neue Pflanzenarten auf; Tiere wurden heimisch, die bisher in Mittelfranken nicht heimisch oder im Stadtgebiet nur selten zu finden waren. Der Eisvogel, Bieber, Ödlandschrecken, Prachtlibellen, Bläulinge und noch weitere Arten. Die neuen Bewohner ließen sich von Mensch und Tier nicht stören oder abhalten. Aufgrund der Trockenlegung von Wiesen und teilweiser Befestigung der Pegnitzufer verschwanden jedoch auch Tiere wie der Kiebitz, die Wasseramsel und manche andere Feuchtwiesenbewohner.

 

Hohes Verkehrsaufkommen von Radfahrern und deren leider oft rücksichtsloses Verhalten auf dem schmalen Olga-Pöhlmann-Weg (übrigens der einzige offizielle Weg, der vom Langsee bis nach Schwaig führt), sowie die in den Wintermonaten und nassen Sommermonaten schlechten Wegverhältnisse, zwangen und zwingen auch heute noch Jogger, Fußgänger und Hundebesitzer auf schmale Pfade durch Wiesen. Allerdings brettern nun auch Fahrradfahrer über Pfade und zerstören Flora und Fauna. Maßnahmen hiergegen werden von der Stadt bisher abgelehnt.

 

Das Umweltreferat und insbesondere die Untere Naturschutzbehörde möchte nun den Stadtrat dazu bewegen, bei der Regierung von Mittelfranken Antrag auf Ausweisung des Pegnitztal-Ost als Naturschutzgebiet zu stellen. Die bisherigen Entwürfe für eine Verordnung hierzu sind mit erheblichen Einschränkungen für die Bürger verbunden. Hohe Strafen drohen bei Missachtung. Genannt sei hier ein Betretungsverbot großer Teile der Wiesenflächen von März bis September, Leinenpflicht für Hunde, Verbot von Picknicken, Blumen- und Pflanzensammeln und vieles mehr.

 

Angeblich wären vor allem freilaufende Hunde Schuld, dass die Zahl der Bodenbrüter zurück geht. Ein anderer Grund ist aber wahrscheinlicher:

 

Eine ökologisch arterhaltende Mahd der Wiesen wird vom Tiergarten abgelehnt; die Mahd erfolgt mit Kreiselmähern, die Vögel, Kleinsäuger, Insekten und der Puppen bzw. Larven förmlich einsaugen und Kleinhäckseln – Umweltschutz und Ökologie sieht anders aus! Weiterhin werden die Wiesen Anfang März, also zu Beginn der Brutzeit mit Wiesenschleppen bearbeitet. Da bleibt kaum ein Bodenbrüter verschont!

 

SöR scheint auch keine Menschen mehr im Wiesengrund haben zu wollen: Im Februar 2016 wurden zahlreiche Bänke von attraktiven schattigen Plätzen mit schönem Blick auf Pegnitz oder die Ruine Oberbürg in die pralle Sonne versetzt. Nun sehen sich ältere Menschen, Mütter und Väter, die mit Ihren Kinderwägen unterwegs sind, mit fehlenden Ruheplätzen konfrontiert; nebenbei sei erwähnt, dass die neu platzierten Bänke von Brennnesseln überwuchert sind und somit nicht einmal von Sonnenliebhabern genutzt werden.

Ein Billiggutachten soll helfen, falsche Argumente zu untermauern

 

Durch ein sog. Fachgutachten versuchte im Juni dieses Jahres die Stadt Nürnberg die besondere Schutzwürdigkeit des Naherholungsgebiets zu beweisen. Dem Gutachten liegen jedoch keine verlässlichen Erhebungen oder gar wissenschaftliche Feststellungen zu Grunde, so dass dieses im Ergebnis schlicht unbrauchbar ist. Die Beobachtungen, auf denen die Ausführungen beruhen, wurden von Personen durchgeführt, von denen nicht bekannt ist, ob sie überhaupt über die entsprechenden Kenntnisse für derartige Beobachtungen verfügen. Das Gutachten lässt die Frage offen, weshalb diese Personen für die Untersuchungen ausgesucht wurden, als auch wo und wann die entsprechenden Beobachtungen durchgeführt worden sind. Teilweise wird im Gutachten zur Feststellung über das Vorkommen bestimmter Vogelarten auf Literaturnachweise aus den Jahren 1981 bis 1983 verwiesen, die für eine gegenwärtige Beurteilung nicht herangezogen werden können. Neben diesen fragwürdigen Beobachtungen werden Literaturnachweise angegeben, die teilweise mehr als 20 Jahre alt sind. Wie diese für eine aktuelle Betrachtung herangezogen werden konnten, ist einfach nicht nachvollziehbar. Für die Zeitspanne der Beobachtungen wird teilweise sogar angegeben, dass bestimmte Tierarten „immer wieder“ beobachtet worden seien. Diese Aussage stellt keine verlässliche Auskunft über das Vorkommen dieser geschützten Tierarten dar und ist für zuverlässige Feststellungen gänzlich ungeeignet. Auf die besondere Bedeutung und Nutzung als Naherholungsgebiet geht das Gutachten an keiner Stelle ein, obwohl diese die Region seit Jahrzehnten prägen. Nach alledem ist dieses „Fachgutachten“ in keinster Weise geeignet, um es als Grundlage für die Entscheidung über ein Naturschutzgebiet im Stadtbereich zu verwenden.

 

Auch auf mehrmalige Nachfrage konnte das Umweltamt irgendwelche Zählungen vorweisen. Sämtliche Aussagen über Bestandsveränderungen von Tieren und Pflanzen im Pegnitztal-Ost beruhen somit auf subjektiven Schätzungen. Manche Tiere sollen angeblich nicht mehr vorkommen, nur weil diese acht befragten Personen diese nicht gesehen haben. Hätte man regelmäßige Besucher des Wiesengrundes befragt, hätte man vielleicht verlässlichere Zahlen bekommen können!

 

Oliver Volz - Mitglied des Vorstandes PNPO - Pro Naherholungsgebiet  Pegnitztal-Ost e.V.
Heftausgabe Oktober 2016
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