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Stadtplanungsausschuß Beschluß am 15.5.2013 für die Grundstücke der

Fa. Staub & Co sowie den Parkplatz der Nürnberger Versicherung Planungsziele 

Heftausgabe August 2013

Sachverhaltsdarstellung

 

Städtebauliche Situation

Die Ostendstraße entwickelt sich in den letzten Jahrzehnten fortlaufend von einem klassischen Industriestandort hin zu einem Büro- und Dienstleistungsstandort. Viele ehemalige Industriebetriebe mit Gleisanschluss wurden verlagert oder aufgegeben. Die Ansiedlung der Nürnberger Versicherung (NV) hat bereits eine deutliche Aufwertung des Standorts bewirkt.

 

Das Planungsgebiet liegt in einem innenstadtnahen, relativ dicht bebauten Stadtteil. Dieser soll gemäß den Planungsüberlegungen städtebaulich sinnvoll zur vorhandenen Stadtstruktur ergänzt werden. Die notwendige Infrastruktur ist vorhanden und soll ausgebaut bzw. ihre Attraktivität gesteigert werden. Noch stellt sich die Bebauungs- und Nutzungsstruktur im Umbruch begriffen dar, die Potentiale der Lage sind noch nicht annähernd ausgeschöpft.

 

Die Standortgunst bestimmt sich grundsätzlich aus der Lage des Areals:

  • am Schnittpunkt zweier Hauptverkehrsachsen, der Ringstraße (Cheruskerstraße) mit der Ostendstraße. Gerade der Kreuzungsbereich Ostendstraße/  Cheruskerstraße mit seiner Zusammenführung verschiedener Nutzungen, hat für die weitere städtebauliche Entwicklung eine hohe Priorität und ist für die     bauliche Entwicklung der angrenzenden Grundstücke von maßgeblicher Bedeutung. Diese Kreuzung wird von deutlich mehr als 50.000 Fahrzeugen am Tag     befahren.

  • der guten ÖPNV-Anbindung (Straßenbahn, S-Bahn);

  • der relativen Nähe zur Altstadt;

  • und der Nähe zu den Naherholungsflächen des Wöhrder Sees / Pegnitztals-Ost.

 

Der Bereich an der Kreuzung Cheruskerstraße / Ostendstraße wird flankiert

 

  • im Südwesten von der Nürnberger Versicherung – hochwertiges Gewerbe/Dienstleistung; abschließend bebaut

  • im Nordwesten von der Wohnsiedlung WBG – Wohnen; abschließend bebaut

  • im Nordosten von den Flächen des eingeleiteten Bebauungsplans Nr. 4370,  ehemaliges „Coca Cola“-Gelände – aktuell widerruflich genehmigte Nutzungen überwiegend aus dem Bereich Handel; -> Planungsbedar

  • Im Südosten von den Flächen des eingeleiteten Bebauungsplans Nr. 4546 aktuell Parkplatzflächen, Groß- und Einzelhandel sowie untergenutzte Flächen; -> Planungsbedarf

Seitens des Verkehrsplanungsamts wurden Untersuchungen zur Umgestaltung der Ostendstraße durchgeführt und Pläne erarbeitet. Durch die geplante Umgestaltung und Begrünung der Ostendstraße wird eine Aufwertung des Straßenraums herbei geführt. Maßnahmen wie die Gliederung durch Baumreihen und Einzelbäume, Bau eines Rasengleises für die Straßenbahn, Verbesserung des Kleinklimas sind entscheidende Bausteine zur Steigerung der Attraktivität für Anwohner und Investoren.

 

Ziele der Planung
 

Eine mehrgeschossige Randbebauung entlang der Ostendstraße soll eine geordneten Raumeindruck durch geschlossene Straßenfluchten herstellen und dadurch baulich den Straßenraum aufwerten. Ebenso soll darauf geachtet werden, dass zur stark befahrenen Bahnlinie im Süden des Bereichs ein angemessener baulicher Abschluss hergestellt wird (Vermeidung von Hinterhofsituationen zur Bahnseite). Innerhalb des Planungsbereichs soll durch sinnvoll anzulegende Fußwegeverbindungen die Zugänglichkeit zu den Haltestellen verbessert und damit die Nutzung der S-Bahn und der Straßenbahn für die zukünftig dort Beschäftigten attraktiver gestaltet werden.

 

Die gewerbliche Nutzung soll in Richtung Dienstleistung/Verwaltung (eingeschränktes Gewerbegebiet) aufgewertet werden, wie dies im südwestlichen Teil (NV) bereits vollzogen ist. Über den Bestand hinausgehende Einzelhandelsnutzungen sollen in dem Bereich ausgeschlossen werden.

 

Die Definition aus dem Erläuterungsbericht zum Flächennutzungsplan (FNP) zu gewerblichen Flächen mit der Zielrichtung „Dienstleistung“ wird dem angestrebten Nutzungskatalog der Bebauungsplanung zugrunde gelegt:

 

  • Forschungs- und Entwicklungsunternehmen und –institute,

  • Unternehmensbezogene Dienstleistungsbetriebe, z.B. Ingenieurbüros, Softwarefirmen, Beratungsunternehmen,

  • Verwaltungen,

  • Unternehmen des Kredit- und Versicherungsgewerbes,

  • innovative Handwerks- und Produktionsbetriebe, wie z.B. für Energie- und Umwelttechnik, Nachrichtentechnik

 

Auszug aus dem Erläuterungsbericht zum FNP: „Diese Flächen sollen aufgrund ihrer hervorragenden Lage im Stadtgebiet einer hochwertigen, arbeitsplatzintensiven gewerblichen Nutzung mit dem Nutzungsschwerpunkt Dienstleistung vorbehalten sein. Damit soll das Ziel des Strukturwandels von der industriellen zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft durch bereitstellen entsprechender Flächen unterstützt werden“.

 

Dieser Nutzungskatalog wird ergänzt durch die Option „kulturelle Einrichtungen“, insbesondere eine Mehrzweck- / Konzerthalle, die aufgrund der hervorragenden verkehrlichen Erreichbarkeit an diesem Standort städtebaulich sinnvoll angesiedelt werden könnte.

 

Für die exponierte Lage des Planungsgebiets wird angestrebt, dass die Bebauung innerhalb der zu definierenden Baufelder die Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung gemäß Baunutzungsverordnung für Gewerbegebiete ausschöpft. Ziel ist eine angemessene Höhenentwicklung mit einer der Lage entsprechenden Dichte und eine weitgehend geschlossene Bebauung. Eine einheitliche Geschossigkeit der Blockbebauung wäre besonders geeignet die städtebauliche Sonderstellung des Turms der Nürnberger Versicherung zu unterstreichen. Der bestehende Störfallbetrieb behindert die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung erheblich. Zum einen werden für die Entwicklung wichtige Flächen während seines Bestands für die gewünschte bauliche Verdichtung und Umgestaltung blockiert, andererseits hindert das Gefährdungspotential gewünschte Investitionen in einem beachtlichen Umkreis. Eine Sicherung des Betriebs über die bestehenden Genehmigungen hinaus ist daher nicht Ziel der Bebauungsplanung (keine Berücksichtigung des Betriebs gemäß § 1 Abs. 10 BauNVO).

 

Planungsstudien Prof. Reimann

 

Um die abstrakten Planungsziele hin zu einer Rahmenplanung zu entwickeln, wurden durch das Büro Prof. Reimann Planungsstudien in Varianten entwickelt .

 

Gemeinsam ist den Varianten, dass die Bebauungstiefe zwischen Ostendstraße und Bahnlinie durch eine Erschließung halbiert wird. Dadurch werden dichte Karrees ermöglicht und eine interne Erschließung abseits der vielbefahrenen Ostendstraße. Diese Erschließung stellt eine Verbesserung der fußläufigen Verbindungen im Bereich dar und kann durch eingestreute Grünbereiche und Plätze attraktiv gestaltet werden.

 

Fortsetzung in der nächsten Ausgabe

Letzte Änderung: 19.10.2014 Seitenanfang